Noch mehr Staatshilfe Hypo Real Estate braucht offenbar weitere Milliarden

Für den Steuerzahler könnte die Hypo Real Estate zum Fass ohne Boden werden: Laut "Bild"-Zeitung benötigt die Bank weitere Staatshilfen von bis zu sieben Milliarden Euro. Der Unternehmenswert des maroden Instituts soll bei Null liegen.
HRE-Zentrale in München: Mehrheitlich in Staatsbesitz

HRE-Zentrale in München: Mehrheitlich in Staatsbesitz

Foto: ? Michael Dalder / Reuters/ REUTERS

Berlin - Die verstaatlichte Münchner Bank Hypo Real Estate (HRE) braucht einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge weitere Staatshilfen in Milliardenhöhe. Wie das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise meldet, liegt der Kapitalbedarf bis Jahresende bei bis zu sieben Milliarden Euro.

Das Geld müsse vom Bankenrettungsfonds Soffin bereitgestellt werden. Bisher hat die HRE schon rund drei Milliarden Euro direkte Kapitalhilfen erhalten.

Wie die Zeitung weiter schreibt, liegt der Unternehmenswert der HRE derzeit bei Null. Das habe ein von der Bank in Auftrag gegebenes Wertgutachten ermittelt. Bei dem Gutachten handelt es sich um ein Pflichtdokument, das im Vorfeld der Abfindung von Aktionären erstellt werden muss.

Die HRE gehört mittlerweile mehrheitlich dem Staat. Die restlichen privaten Aktionäre sollen in Kürze über ein sogenanntes Squeeze-out aus dem Unternehmen gedrängt werden. Die Bundesregierung hält die HRE für "systemrelevant": Staatshilfen seien nötig, weil ein Zusammenbruch des Instituts weitere Banken in den Abgrund reißen würde.

In Berlin prüft derzeit ein Untersuchungsausschuss die Rolle der Bundesregierung bei der Rettung der HRE im September 2008. Die Opposition wirft der Großen Koalition unprofessionelles Handeln vor. Untersucht wird auch, ob man die Schieflage der HRE früher hätte erkennen können. Nach Informationen von manager-magazin.de hatten Bundesbank und Bankenaufsicht Bafin bereits im Frühjahr 2008 Hinweise auf drohende Probleme.

wal/dpa
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