Nord Stream 2 Putins Pipeline könnte deutsche Verbraucher belasten

Wegen der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 muss in der Bundesrepublik eine teure Anschlussleitung gebaut werden. Am Ende dürften die deutschen Verbraucher auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben.
Rohre für die zukünftige Ostsee-Erdgastrasse Nord Stream 2

Rohre für die zukünftige Ostsee-Erdgastrasse Nord Stream 2

Foto: Jens Büttner/ dpa

Die geplante Gaspipeline Nord Stream 2 führt zu Kostensteigerungen in Deutschland. Wie aus Regierungsunterlagen hervorgeht, die dem SPIEGEL vorliegen, muss in der Bundesrepublik eine rund 2,7 Milliarden Euro Anbindungsleitung gebaut werden, die das russische Gas in Deutschland verteilt und an die tschechische Republik weiterleitet.

Ein Teil der Kosten könnte bei den deutschen Verbrauchern landen. Zwar werden die Kosten zunächst auf die Großhändler abgewälzt, die die neue Leitung nutzen. Diese aber dürften sich das Geld ihrerseits von den Endverbrauchern zurückholen.

Durch Nord Stream 2 soll mehr Gas aus Russland in die EU fließen. Die neue Pipeline hat eine jährliche Transportkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern und wird vom russischen Staatskonzern Gazprom und mehreren europäischen Firmen gebaut.

Der Pipelinebauer Nord Stream 2 verwies allerdings auf Schätzungen, dass nur rund ein Fünftel des Gases, das durch die Anschlussleitung fließt, letztlich im deutschen Markt bleiben dürfte.

Umstrittenes Projekt

Der Pipelinebauer Nord Stream 2 will 2018 mit der Verlegung der Rohre beginnen. Ende 2019 könnte den Plänen zufolge das erste russische Gas durch die Pipeline nach Deutschland strömen.

Das Projekt ist innerhalb der EU umstritten. Vor allem osteuropäische Länder lehnen die Trasse vehement ab. Die deutsche Regierung dagegen unterstützt das Projekt.

Die Grünen kritisierten die drohenden Mehrkosten für Verbraucher. "Nord Stream 2 konterkariert nicht nur die europäische Einheit und unsere Klimaziele, sondern wird für Deutschland sündhaft teuer", sagte Fraktionsvize Oliver Krischer.

Die Bundesnetzagentur, die den Bau der neuen Infrastruktur überwacht, nahm zu den Angaben in den internen Regierungsunterlagen auf Anfrage keine Stellung.

Eine Analyse zu der Nord-Stream-Pipeline aus dem Jahr 2017 lesen Sie hier