Gefährliche Treibhausgase Umwelthilfe will Nord Stream 2 mit Klage stoppen

Die Deutsche Umwelthilfe will Nord Stream 2 nachträglich die Betriebserlaubnis entziehen lassen. Nach Darstellung des Vereins tritt aus der Pipeline unkontrolliert das Klimagas Methan aus.
Logo von Nord Stream 2

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Foto: Maxim Shemetov/ REUTERS

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will vor Gericht die Genehmigung der Ostseepipeline Nord Stream 2 nachträglich kippen. Man klage vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald auf Überprüfung der Betriebsgenehmigung für die Erdgaspipeline, teilte der Verein mit.

"Die DUH fordert das zuständige Bergamt Stralsund mit der Klage auf, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu unkontrolliertem Methanaustritt zu berücksichtigen und Lecks bei Förderung, Transport und Verarbeitung von Erdgas zu prüfen", hieß es weiter.

Ein Sprecher des OVG bestätigte den Eingang der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des Bergamtes Stralsund. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest.

Methan ist ein Treibhausgas, das sehr viel stärker aufs Klima wirkt als Kohlendioxid (CO2). Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen seien die Methanemissionen der Erdgasförderung deutlich höher als bislang angenommen, schrieb die Umwelthilfe.

Einen Antrag der DUH auf Überprüfung der Genehmigung von Nord Stream 2 auf dieser Grundlage habe das Bergamt Stralsund abgelehnt, daher ziehe man vor Gericht.

"Wir sind uns sicher, dass Nord Stream 2 mit den mittlerweile vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht genehmigt worden wäre", sagte Constantin Zerger, der bei der DUH für Energie und Klimaschutz zuständig ist. "Die neuen Messmethoden für Methanlecks müssen jetzt zwingend berücksichtigt werden, denn sie belegen einen massiven Einfluss der Pipeline auf unser Klima."

Die DUH-Klage kommt reichlich spät. Die Pipeline zwischen Russland und Deutschland durch die Ostsee ist zu 94 Prozent fertig gebaut.

ssu/dpa-AFX