EU-Pläne Nordische Länder wollen gegen Mindestlohn kämpfen

Die Europäische Kommission will Mindestlöhne EU-weit einführen, doch Dänemark, Schweden und Finnland sind dagegen: Sie befürchten, dass Arbeitnehmer in diesen Ländern dadurch weniger verdienen.
Ursula von der Leyen will durch einen EU-weiten Mindetslohn die Fachkräfteabwanderung von Ost nach West eindämmen

Ursula von der Leyen will durch einen EU-weiten Mindetslohn die Fachkräfteabwanderung von Ost nach West eindämmen

Foto: PETER NICHOLLS/ REUTERS

Die nordischen Länder Dänemark, Schweden und Finnland wollen gegen die Einführung eines EU-weiten Mindestlohns kämpfen. Das berichtet der „Guardian“ . Die Hochlohnländer befürchten, dass diese Maßnahme ihre Tarifverhandlungsmodelle untergraben wird.

Ursula von der Leyen hatte Ende November ihr Amt als Kommissionschefin angetreten und sich für Mindestlöhne in ganz Europa ausgesprochen. Sie will so die Fachkräfteabwanderung von Ost nach West eindämmen. Die Europäische Kommission wird am Dienstag den ersten Schritt zu einem gemeinsamen Rahmen für die Festlegung von Mindestlöhnen in den EU-Mitgliedsstaaten machen.

Dem „Guardian“ zufolge befürchten die nordischen Länder nun, dass ein Eingreifen Brüssels bei ihnen letztlich zu niedrigeren Löhnen führt, denn die Arbeitnehmer dort haben bisher vergleichsweise hohe Durchschnittslöhne.

Die dänische Regierung möchte laut der britischen Zeitung deshalb schriftlich garantiert haben, dass ihr Tarifverhandlungssystem von jeder neuen Richtlinie ausgenommen wird. Die finnischen und schwedischen Minister äußerten sich demnach ähnlich.

Dänemarks Arbeitsminister Peter Hummelgaard sagte dem „Guardian“, dass er sich für höhere Löhne für die am schlechtesten bezahlten Personen in Europa einsetze. Allerdings müssten „zur Erreichung dieses Ziels die nationalen Traditionen und gut funktionierenden Modelle respektiert werden“. In Dänemark würden die Löhne allein von den Gewerkschaften und den Arbeitgeberverbänden ausgehandelt - das sei seit mehr als hundert Jahren so.

Von den 28 EU-Mitgliedsstaaten haben nur Dänemark, Italien, Zypern, Österreich, Finnland und Schweden keinen gesetzlichen Mindestlohn.

cop