Bericht der Uno Nordkorea fährt kargste Ernte seit mehr als zehn Jahren ein

43 Prozent der Bevölkerung benötigt Hilfslieferungen: Die Lebensmittelknappheit in Nordkorea verschärft sich weiter. Im vergangenen Jahr fiel die Ernte so schlecht aus wie seit Langem nicht.
Bauern in Nordkorea

Bauern in Nordkorea

Foto: Wong Maye-E/ dpa

Die Vereinten Nationen (Uno) warnen vor einem erheblichen Lebensmittelmangel in Nordkorea. Die Ernte in dem Land ist laut einem Uno-Bericht im vergangenen Jahr so schlecht ausgefallen wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Demnach ging die Gesamterntemenge im vergangenen Jahr um 500.000 Tonnen auf 4,95 Millionen Tonnen zurück. Uno-Nordkorea-Koordinator Tapan Mishra sagte, dadurch sei eine große "Lebensmittel-Lücke" entstanden.

Nordkorea hat seit langem mit Lebensmittelknappheit zu kämpfen. Die Lage hat sich nun aber der Uno zufolge weiter zugespitzt. Die Zahl der Nordkoreaner, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, sei um 600.000 auf 10,9 Millionen angestiegen. Das entspricht 43 Prozent der Bevölkerung. Zugleich fehle es an Geld für Hilfslieferungen. Uno-Koordinator Mishra zufolge ist im vergangenen Jahr nur knapp ein Viertel des Finanzbedarfs gedeckt worden.

Als Gründe für die schlechte Ernte gelten Naturkatastrophen, ein Mangel an landwirtschaftlich nutzbarem Land und ineffiziente Landwirtschaft. So hatte Nordkorea im Juli und August 2018 mit Hitzewellen zu kämpfen. Es folgten heftige Regenfälle und Überschwemmungen durch einen Taifun.

In dem international isolierten Land fehlt es zudem an moderner landwirtschaftlicher Technologie und an Düngemitteln. Die Landschaft ist sehr bergig, nur 20 Prozent der Fläche gelten als landwirtschaftlich nutzbar. Kritiker werfen der Führung in Pjöngjang zudem vor, jahrzehntelang den Ausbau der Armee und des Atomwaffenprogramms auf Kosten der Bevölkerung vorangetrieben zu haben.

Bei seinem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un sagte US-Präsident Donald Trump vergangene Woche, bei Aufgabe seines Atomprogramms könne das Land wirtschaftlich aufblühen. Der Gipfel in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi scheiterte aber.

fdi/AFP