Offshore-Oase Belize Finanzverwaltung NRW kauft neue Steuerdaten

Steuersünder müssen wieder zittern - zumindest, wenn sie ihr Geld in Belize versteckt haben. Denn Daten eines dortigen Finanzdienstleisters werden nach SPIEGEL-Informationen von Ermittlern in Wuppertal ausgewertet.

Finanzministerium in Düsseldorf
Rolf Vennenbernd/ DPA

Finanzministerium in Düsseldorf

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Die Finanzverwaltung in Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Datenträger mit Tausenden Offshore-Datensätzen erworben. Nach SPIEGEL-Informationen geht es dabei offenbar um Interna eines Finanzdienstleisters aus Belize. Das Land in Mittelamerika galt lange als eine der verschwiegensten Offshore-Oasen, weil die Namen wirtschaftlich Berechtigter von Firmen nicht einmal im dortigen Handelsregister auftauchen.

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In NRW soll nun die Steuerfahndung in Wuppertal die Unterlagen sichten. Dazu soll es in der vergangenen Woche bereits ein Treffen gegeben haben, an dem unter anderem auch Steuerfahnder aus Hessen teilnahmen.

Das Finanzministerium in Düsseldorf bestätigt den Kauf eines Datenträgers "mit Informationen über mögliche Steuervergehen". Inzwischen seien erste Unterlagen ausgewertet worden. Die Daten würden nun "weiteren betroffenen Ländern zur Verfügung gestellt". Mehr könne man "aus ermittlungstaktischen Gründen sowie zur Wahrung des Steuergeheimnisses" nicht mitteilen.

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insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
Grummelchen321 29.11.2019
1. Warum
werden nicht mehr solche Datenträger angekauft.Das Asoziale Verhalten der Steuerpreller muss endlich Folgen haben. An den Medien ist zu bemängeln zu berichten bevor die Ermittler tätig werden mit Festnahmen und Durchsuchungen. Leider ist das an den Prangerstellen der Steuerpreller nicht erlaubt.
proffessor_hugo 29.11.2019
2.
Warum kauft nur NRW solche Daten an? Ach ja, in Hessen werden Steuerprüfer kalt gestellt... Da fühlt sich wieder der normale Bürger, dessen Daten automatisch von Unternehmen, Behörden etc ans Finanzamt geliefert werden - und der dennoch eine Erklärung abgeben muß, ungerecht behandelt.
Mister Stone 29.11.2019
3.
Es handelt sich weder um "Steuerpreller" noch um "Steuersünder". Es handelt sich um asoziale Kriminelle. Für die Ergreifung von 4 Dieben wird eine halbe Million Euro als Belohnung ausgelobt. Sie haben Dinge gestohlen, die ihnen nicht gehören. Aber sie schaden damit nicht der Gesellschaft. Der Wert ihrer Beute wird gesellschaftlich nicht benötigt. Steuerkriminelle hingegen unterschlagen Milliarden von Steuergeldern, die ihnen nicht gehören. Mit diesem Geld sollten eigentlich Schulen, Bildung, Infrakstruktur pp. bezahlt werden. Diese unterschlagenen Milliarden gehörten den Deutschen, wem denn sonst? Wie hoch ist eigentlich die Belohnung, die zur Ergreifung dieser asozialen Kriminellen führt? Gibt keine Belohnung? Ach soooo...
burlei 29.11.2019
4. Jedes Jahr ...
... wird der Staat - also wir alle - von Kriminellen um Beträge zwischen 60 und 160 Milliarden Euro betrogen. Benötigt werden Steuerfahnder, Richter und Justizvollzugsanstalten, um den Kriminellen das Handwerk zu legen. Bis es so weit ist (also wahrscheinlich nie) heißt es, jede Steuerdatei aufzukaufen, deren man habhaft werden kann. Das ist keine staatliche Hehlerei, das ist Notwehr gegen Kriminelle. Außerdem heißt es doch immer so schön "Für sachdienliche Hinweise..."
oldmax 29.11.2019
5. Sorry
Wer gestohlenes Gut kauft oder verkauft ist ein Hehler!
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