Sioux in North Dakota Gewaltsamer Protest gegen Pipeline

An einer Pipeline-Baustelle im US-Bundesstaat North Dakota entzünden sich Proteste. Ureinwohner des Sioux-Stammes sehen Grabstätten ihrer Urahnen in Gefahr.

Protestcamp in North Dakota
AFP

Protestcamp in North Dakota


Bei Protesten gegen den Bau einer Ölpipeline nahe einem Ureinwohner-Reservat in den USA haben sich am Samstagabend Demonstranten und Mitarbeiter einer Baufirma gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Mehrere Menschen wurden verletzt, als sich hunderte Demonstranten in einem Gebiet namens Cannon Ball im Bundesstaat North Dakota Arbeitern in den Weg stellten.

Die Demonstranten durchbrachen Absperrungen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit Sicherheitsleuten. Diese gingen mit Hunden und Pfefferspray gegen die Demonstranten vor.

Eine Teilnehmerin berichtete, die Sicherheitsleute hätten versucht, die Demonstranten mit Bulldozern und Lastwagen zurückzudrängen. Mehrere Protestteilnehmer trugen blutige Verletzungen und Hundebisse davon. Nach Angaben der Behörden wurden drei Wachleute durch Zaunpfähle und Fahnenmasten verletzt.

Verunreinigung von Trinkwasser befürchtet

Die von der Firma Energy Transfer Plants geplante Pipeline soll knapp zwei Kilometer vom Sioux-Reservat Standing Rock entfernt durch den Fluss Missouri führen. Die Bewohner des Reservats werfen den Verantwortlichen vor, bei den Bauarbeiten bereits heilige Grabstätten, Gebetsorte und andere Kulturgüter zerstört zu haben. Außerdem fürchten die Ureinwohner eine Verunreinigung ihres Trinkwassers. Vor Gericht gelang es ihnen bislang nicht, das Pipeline-Projekt zu stoppen.

Nachdem die Ureinwohner am Freitag vor Gericht dutzende neu ausgegrabene Gegenstände als Beweis vorgelegt hatten, wurden sie am Samstag von einer Fortsetzung der zwischenzeitlich unterbrochenen Bauarbeiten überrascht. Der Stamm beklagte, dass ein großes Gebiet bereits vor den Protesten gegen die Arbeiten zerstört worden war. Die zerstörten Grabstätten der Urahnen seien unersetzbar, erklärte Stammesvorsteher David Archambault.

Am 9. September soll ein Bundesrichter urteilen, ob der Bau der Pipeline durch den Fluss vorläufig gestoppt wird, solange der Stamm weiter juristisch dagegen vorgeht.

hch/afp



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