Notenbanker Asmussen fordert mehr Geld für Euro-Rettung

Nun stellt sich auch der deutsche Vertreter im EZB-Direktorium gegen den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel: Jörg Asmussen fordert, den Euro-Rettungsschirm ESM massiv aufzustocken.
EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen: EFSF und ESM kombinieren

EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen: EFSF und ESM kombinieren

Foto: Jens Kalaene/ picture alliance / dpa

Berlin - Der Druck auf die Kanzlerin wächst: Nun hat sich auch das EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen für eine Aufstockung der finanziellen Brandmauer der Euro-Länder gegen die Staatsschuldenkrise ausgesprochen. "Die Europäer sollten über das hinausgehen, was schon da ist", sagte der deutsche Vertreter im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) der "Financial Times Deutschland". Bislang gilt, dass nach der für den Sommer geplanten Errichtung des Rettungsschirms ESM insgesamt 500 Milliarden Euro zur Verfügung stehen sollen.

Es sei die Frage, auf welche Weise man das Volumen des ESM aufstocken könne. Asmussen zufolge favorisiere die Euro-Zentralbank die Variante, den ESM mit dem bereits bestehenden EFSF zu kombinieren. "Wir bei der EZB würden es unterstützen, wenn man die rund 250 Milliarden Euro an nicht verbrauchten Mitteln aus dem EFSF auch künftig nützen würde", sagte er. "So könnten wir auf 750 Milliarden Euro kommen".

Mit diesen Aussagen setzt sich Asmussen von der Position der Bundesregierung ab. Bisher beharrt sie darauf, dass der ESM und der zeitweise parallel laufende EFSF zusammen die Obergrenze von 500 Milliarden Euro einhalten sollten. Vor allem der Internationale Währungsfonds, aber auch die USA und viele andere außereuropäische Partner fordern, die Summe deutlich zu erhöhen. Dabei ist von Gesamtumfängen bis zu zwei Billionen Euro die Rede.

Asmussen widersprach Berichten, der Internationale Währungsfonds IWF wolle seinen Anteil am zweiten Hilfspaket für Griechenland reduzieren. "Noch gibt es vom IWF keine Finanzzusage für Griechenland. Wir Europäer erwarten aber, dass er sich wieder zu einem Drittel beteiligt." Am Wochenende hatten mehrere Zeitungen berichtet, dass der IWF lediglich einen Anteil von 10 bis 15 Prozent zu den 130 Milliarden Euro beisteuern könnte.

fdi/Reuters/dpa-AFX
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