Folgen der Pandemie »China zahlt jetzt die wirtschaftlichen Kosten für die Eindämmung der Krankheit«

Laut einer Prognose der Weltbank wird Chinas Wirtschaft erstmals seit 1990 schwächer wachsen als die Region Ostasien und der Pazifkraum. Das birgt auch politische Risiken.
Containerschiff im Hafen von Qingdao

Containerschiff im Hafen von Qingdao

Foto: STR/ AFP

Die Weltbank sagt der chinesischen Volkswirtschaft ein weit schwächeres Wachstum voraus als erwartet. Das Plus dürfte demnach im laufenden Jahr von 4,3 Prozent auf 2,8 Prozent zurückgehen.

Chinas BIP würde dadurch erstmals seit 1990 langsamer wachsen als das von Vietnam, den Philippinen, Malaysia oder Indonesien und das anderer Länder in Ostasien und dem Pazifik. Die Prognosen für diesen Wirtschaftsraum haben sich zuletzt stark verbessert. Es wird erwartet, dass die Region ohne China im laufenden Jahr um 5,3 Prozent wachsen wird, dank hoher Rohstoffpreise und einer Erholung des Inlandsverbrauchs nach der Coronapandemie.

Hauptgrund für Chinas Einbruch ist die strenge Null-Covid-Politik des Regimes. »China zahlt jetzt die wirtschaftlichen Kosten für die Eindämmung der Krankheit«, sagte  Aaditya Mattoo, Chefökonom der Weltbank für Ostasien und den Pazifik, der »Financial Times«.

Die Abriegelung ganzer Städte, teils über Wochen hinweg, drückt das Konsumklima und belastet die Firmen. Nach Daten des Nationalen Statistikamts sind die Gewinne von Chinas Industrieunternehmen zwischen Januar und August um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft.

Dazu steckt Chinas Immobiliensektor, der etwa 30 Prozent der Wirtschaftstätigkeit ausmacht, in einer schweren Krise. Es gebe ein hohes Risiko, dass die Lähmung auf andere Wirtschaftsbereiche übergreife, vor allem auf den Bankensektor. Peking müsse Not leidenden Baufirmen mehr Liquiditätshilfen geben.

Die chinesische Regierung selbst hat sich für dieses Jahr ein Wachstumsziel von rund 5,5 Prozent gesetzt. Doch die Vorgabe wirkt immer unrealistischer.

In den USA mehren sich die Expertenstimmen, dass der seit fast 40 Jahren andauernde Wachstumszyklus der Volksrepublik seinen Höhepunkt überschritten hat – was auch die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung im Pazifik erhöhe.

Anders als häufig angenommen seien es nicht aufstrebende Mächte, die Kriege beginnen, sondern jene, deren Aufstieg an seine Grenzen kommt und deren Regimes fürchten, dass ihnen die Zeit davonlaufe, heißt es.

ssu
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