Obama gegen Boehner US-Schuldenstreit treibt Goldpreis auf Rekordhoch

Der Tag X rückt näher - nur noch wenige Tage bleiben der US-Politik, um den Staatsbankrott abzuwenden. Doch Demokraten und Republikaner sind tief zerstritten. Jetzt werden die Märkte nervös: Dollar und Nikkei verlieren an Wert, der Goldpreis schnellt in die Höhe.

Rivalen Obama, Boehner: Je näher die Frist rückt, desto hysterischer werden die Gespräche
AP

Rivalen Obama, Boehner: Je näher die Frist rückt, desto hysterischer werden die Gespräche


Hamburg - Der US-Schuldenschlamassel wirbelt die Märkte durcheinander. Der Goldpreis Chart zeigen ist in der Nacht zum Montag im Londoner Handel auf 1623 Dollar je Feinunze gestiegen. Er markierte damit ein neues Rekordhoch.

Der Dollar Chart zeigen verlor dagegen deutlich an Wert. Der Dax Chart zeigen büßte in den ersten Minuten fast ein Prozent ein, ehe er sich wieder etwas erholte. In Tokio schloss der Nikkei Chart zeigen 0,8 Prozent schwächer bei 10.050 Zählern. Der breiter gefasste Topix Chart zeigen gab bis Handelsschluss ebenfalls 0,8 Prozent ab auf 861 Zähler.

"Nach der europäischen Schuldenkrise ist jetzt die US-Schuldenkrise das beherrschende Thema am Markt", sagte ein Händler. "Der Markt ist nervös wegen einer drohenden US-Zahlungsunfähigkeit", sagte ein zweiter. Noch rechneten aber die meisten Analysten damit, dass sich Demokraten und Republikaner auf den letzten Drücker doch noch auf eine Lösung des Haushaltsproblems einigen werden.

Demokraten und Republikaner hatten am Wochenende keinen Kompromiss finden können. Dabei haben die USA nur noch bis zum 2. August Zeit, ihre Schuldenobergrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar zu erhöhen. Sonst droht der größten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit mit unabsehbaren Folgen.

Im Extremfall könnte Obama die Schuldengrenze im Alleingang anheben

Als Bedingung für eine Anhebung des Schuldenlimits fordern die Republikaner drastische Sparmaßnahmen vor allem im Sozialbereich. Die Demokraten sind trotz schwerer Bedenken zu Abstrichen bereit, aber verlangen zugleich höhere Steuerbeiträge der Reichen zum Abbau des Schuldenbergs. Besonders Anhänger der populistischen Tea-Party-Bewegung bei den Republikanern lehnen das kategorisch ab. Eine Lösung ist vor allem durch das parlamentarische Patt schwierig: Die Republikaner haben im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit, die Demokraten im Senat.

Außenministerin Hillary Clinton versuchte, die Märkte zu beruhigen. Die USA seien trotz des Streits im Grunde wirtschaftlich gesund, betonte sie in einer Rede vor der US-Handelskammer in Hongkong. Die derzeitige, parteipolitisch geprägte Debatte sei eine Tatsache des politischen Alltags in Amerika. Es werde noch vor dem 2. August eine Einigung geben.

Präsident Barack Obama hatte sich wegen der festgefahrenen Debatte am Sonntagabend mit führenden Kongresspolitikern seiner Partei getroffen. Konkrete Ergebnisse wurden zunächst aber nicht bekannt. Laut "New York Times" erarbeiten sowohl Demokraten als auch Republikaner mittlerweile Notpläne für den Fall, dass doch kein Kompromiss gefunden wird. Im Extremfall könnte Obama die Schuldengrenze zunächst im Alleingang anheben.

ssu/dapd/dpa-AFX/Reuters



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wika 25.07.2011
1. Machen wir mal Mathematik …
Im Gespräch war ja schon mal die Anhebung auf eine neue Schuldenobergrenze von 16,8 Billionen Dollar. Was bedeutet denn das? Angenommen die Zinsen steigen mal wieder ein wenig, sagen wir auf 4% und nehmen ferner an, dass nur noch gut die Hälfte der Amerikaner, also 150 Mio. leistungsfähig sind und Steuern zahlen, dann ist allein die Zinslast pro Kopf und Jahr für die Bundesschulden bei 4-480 Dollar/a. Sollte sich der Zins mal in Richtung 5% verschlechtern, dann steigt die pro Kopf Last sogleich auf 5.600 Dollar/a. Hierbei handelt es sich nur um die Schulden des Bundes, nehmen wir die der Bundestaaten etc. mal hinzu, dann landen wir bei rund 55 Billionen und die Zinslast pro Leistungsfähigem läge so in etwa bei 18.333 Dollar/a. Der Zahlenspielereien kein Ende, kann man auch alles mal bei der US Debt Clock ansehen >>> http://www.usdebtclock.org/ Glaubt denn wer ernstlich, dass diese Nummer so weitergehen könne? Selbiges trifft letztlich auch auf Europa zu und was wir im Moment sehen ist der Peitscheneffet des exponentiellen Geldwachstums, ziemlich kurz bevor die Kurve nur noch senkrecht geht. Alles Gerede darum ist nur Makulatur … wird Zeit über ein nachhaltigeres System nachzudenken, eines welches der Mehrzahl der Menschen dient und nicht nur den wenigen großen Geldsäcken. Bis dahin können sie aber hier schon die *neue Europa Flagge und den Nachruf auf den Euro* genießen, der sicherlich schneller Geschichte sein wird als wir uns dies im Moment vorstellen mögen (http://qpress.de/2011/06/24/europa-bekommt-neue-flagge-mit-trauerflor/). Kaum zu glauben wie wenig die Wirtschaftswitzenschaftler der Mathematik und deren Aussagen vertrauen … oder werden sie doch nur dafür bezahlt uns Wolkenkuckucksheime zu verkaufen?
Der demographische Viktor, 25.07.2011
2. Einmal waschen, schneiden, fönen.
Zitat von wikaIm Gespräch war ja schon mal die Anhebung auf eine neue Schuldenobergrenze von 16,8 Billionen Dollar. Was bedeutet denn das? Angenommen die Zinsen steigen mal wieder ein wenig, sagen wir auf 4% und nehmen ferner an, dass nur noch gut die Hälfte der Amerikaner, also 150 Mio. leistungsfähig sind und Steuern zahlen, dann ist allein die Zinslast pro Kopf und Jahr für die Bundesschulden bei 4-480 Dollar/a. Sollte sich der Zins mal in Richtung 5% verschlechtern, dann steigt die pro Kopf Last sogleich auf 5.600 Dollar/a. Hierbei handelt es sich nur um die Schulden des Bundes, nehmen wir die der Bundestaaten etc. mal hinzu, dann landen wir bei rund 55 Billionen und die Zinslast pro Leistungsfähigem läge so in etwa bei 18.333 Dollar/a. Der Zahlenspielereien kein Ende, kann man auch alles mal bei der US Debt Clock ansehen >>> http://www.usdebtclock.org/ Glaubt denn wer ernstlich, dass diese Nummer so weitergehen könne? Selbiges trifft letztlich auch auf Europa zu und was wir im Moment sehen ist der Peitscheneffet des exponentiellen Geldwachstums, ziemlich kurz bevor die Kurve nur noch senkrecht geht. Alles Gerede darum ist nur Makulatur … wird Zeit über ein nachhaltigeres System nachzudenken, eines welches der Mehrzahl der Menschen dient und nicht nur den wenigen großen Geldsäcken. Bis dahin können sie aber hier schon die *neue Europa Flagge und den Nachruf auf den Euro* genießen, der sicherlich schneller Geschichte sein wird als wir uns dies im Moment vorstellen mögen (http://qpress.de/2011/06/24/europa-bekommt-neue-flagge-mit-trauerflor/). Kaum zu glauben wie wenig die Wirtschaftswitzenschaftler der Mathematik und deren Aussagen vertrauen … oder werden sie doch nur dafür bezahlt uns Wolkenkuckucksheime zu verkaufen?
Wovor diese Angst? Was kann denn ein Zusammenbruch anderes bewirken als einen Neuanfang? Das Fundament taugt doch eh nichts. Die Tea-Party ist aus. Besser ist, es wird komplett neu verteilt. Es muss ja nicht alles abgerissen und neu aufgebaut werden. Es genügt doch, dass einmal alles entkalkt, gespült und danach neu befüllt wird. Minister wechseln die Verantwortung für Ministerien, vom Gesundheits- zum Wirtschaftsminister. Das kann doch wohl jeder, oder? Ich finde, jede Generation sollte ihren eigenen Spülgang haben. Das würde ich Chancengleichheit nennen.
Der demographische Viktor, 25.07.2011
3. Haben Sie den Gewinn bei den Goldreserven vom Schuldenzuwachs abgezogen?
Zitat von wikaIm Gespräch war ja schon mal die Anhebung auf eine neue Schuldenobergrenze von 16,8 Billionen Dollar. Was bedeutet denn das? Angenommen die Zinsen steigen mal wieder ein wenig, sagen wir auf 4% und nehmen ferner an, dass nur noch gut die Hälfte der Amerikaner, also 150 Mio. leistungsfähig sind und Steuern zahlen, dann ist allein die Zinslast pro Kopf und Jahr für die Bundesschulden bei 4-480 Dollar/a. Sollte sich der Zins mal in Richtung 5% verschlechtern, dann steigt die pro Kopf Last sogleich auf 5.600 Dollar/a. Hierbei handelt es sich nur um die Schulden des Bundes, nehmen wir die der Bundestaaten etc. mal hinzu, dann landen wir bei rund 55 Billionen und die Zinslast pro Leistungsfähigem läge so in etwa bei 18.333 Dollar/a. Der Zahlenspielereien kein Ende, kann man auch alles mal bei der US Debt Clock ansehen >>> http://www.usdebtclock.org/ Glaubt denn wer ernstlich, dass diese Nummer so weitergehen könne? Selbiges trifft letztlich auch auf Europa zu und was wir im Moment sehen ist der Peitscheneffet des exponentiellen Geldwachstums, ziemlich kurz bevor die Kurve nur noch senkrecht geht. Alles Gerede darum ist nur Makulatur … wird Zeit über ein nachhaltigeres System nachzudenken, eines welches der Mehrzahl der Menschen dient und nicht nur den wenigen großen Geldsäcken. Bis dahin können sie aber hier schon die *neue Europa Flagge und den Nachruf auf den Euro* genießen, der sicherlich schneller Geschichte sein wird als wir uns dies im Moment vorstellen mögen (http://qpress.de/2011/06/24/europa-bekommt-neue-flagge-mit-trauerflor/). Kaum zu glauben wie wenig die Wirtschaftswitzenschaftler der Mathematik und deren Aussagen vertrauen … oder werden sie doch nur dafür bezahlt uns Wolkenkuckucksheime zu verkaufen?
Wie sieht Ihre Rechnung nach Bereinigung des Schuldenzuwachses durch den immensen Gewinn bei den Goldreserven aus?
maemo 25.07.2011
4. Skandal!
Alles bricht ein, der Goldpreis schießt nach oben, die Welt geht unter. Ein wahres Schreckensszenario. Jetzt wüßte ich nur gerne, wo man das ablesen kann. Alle verfügbaren, öffentlich zugänglichen Charts zeigen mir die normalen täglichen Kursbewegungen ohne irgendwelche besondere Spitzen.
webersi 25.07.2011
5. so einfach nun auch wieder nicht
Zitat von wikaIm Gespräch war ja schon mal die Anhebung auf eine neue Schuldenobergrenze von 16,8 Billionen Dollar. Was bedeutet denn das? Angenommen die Zinsen steigen mal wieder ein wenig, sagen wir auf 4% und nehmen ferner an, dass nur noch gut die Hälfte der Amerikaner, also 150 Mio. leistungsfähig sind und Steuern zahlen, dann ist allein die Zinslast pro Kopf und Jahr für die Bundesschulden bei 4-480 Dollar/a. Sollte sich der Zins mal in Richtung 5% verschlechtern, dann steigt die pro Kopf Last sogleich auf 5.600 Dollar/a. Hierbei handelt es sich nur um die Schulden des Bundes, nehmen wir die der Bundestaaten etc. mal hinzu, dann landen wir bei rund 55 Billionen und die Zinslast pro Leistungsfähigem läge so in etwa bei 18.333 Dollar/a. Der Zahlenspielereien kein Ende, kann man auch alles mal bei der US Debt Clock ansehen >>> http://www.usdebtclock.org/ Glaubt denn wer ernstlich, dass diese Nummer so weitergehen könne? Selbiges trifft letztlich auch auf Europa zu und was wir im Moment sehen ist der Peitscheneffet des exponentiellen Geldwachstums, ziemlich kurz bevor die Kurve nur noch senkrecht geht. Alles Gerede darum ist nur Makulatur … wird Zeit über ein nachhaltigeres System nachzudenken, eines welches der Mehrzahl der Menschen dient und nicht nur den wenigen großen Geldsäcken. Bis dahin können sie aber hier schon die *neue Europa Flagge und den Nachruf auf den Euro* genießen, der sicherlich schneller Geschichte sein wird als wir uns dies im Moment vorstellen mögen (http://qpress.de/2011/06/24/europa-bekommt-neue-flagge-mit-trauerflor/). Kaum zu glauben wie wenig die Wirtschaftswitzenschaftler der Mathematik und deren Aussagen vertrauen … oder werden sie doch nur dafür bezahlt uns Wolkenkuckucksheime zu verkaufen?
So einfach läufts nu auch wieder nicht. Die zunehmende Zinsbelastung trägt der amerikanische Steuerzahler zunächst nur für dieunmittelbar zu refinanzierenden Schulden, da die neuen Anleihen höher verzinst werden müssen. Die zusätzliche Last, die die bereits umlaufenden, nicht unmittelbar fälligen Schuldtitel betrifft, geht bis zur Rückzahlung zunächst zu Lasten der Inhaber dieser Papiere, weil sich der Marktwert der Papiere im steigenden Zinsniveau vermindert. Es trifft hier auch die wenigen grossen Geldsäcke.
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