OECD-Wachstumsprognose Weltwirtschaft hat das Beste vorerst hinter sich

Protektionismus in den USA, Turbulenzen in den Schwellenländern: Die OECD sieht größer werdende Risiken für die Weltwirtschaft. Auch für Deutschland senkte sie ihre Wachstumsprognose.

Containerschiff auf dem Bosporus
REUTERS

Containerschiff auf dem Bosporus


Die Weltwirtschaft hat den Höhepunkt ihres aktuellen Aufschwungs passiert. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem neuen Konjunkturbericht. Das Wachstum stehe nicht mehr auf so breitem Fundament wie noch vor wenigen Monaten, heißt es darin.

Die Organisation senkte ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft in diesem und im kommenden Jahr um 0,1 beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte. Sie rechnet jetzt mit jeweils 3,7 Prozent Wachstum.

Auch ihre Wachstumsprognose für Deutschland korrigierte die OECD nach unten. Erwartet wird nur noch ein deutsches Wachstum von 1,9 Prozent in diesem Jahr, 0,2 Punkte weniger als Ende Mai vorausgesagt. Für das kommende Jahr prognostiziert die OECD 1,8 Prozent und damit 0,3 Punkte weniger.

Die Eurozone insgesamt leidet der Vorhersage zufolge ebenfalls unter den Unsicherheiten. Die Wirtschaft der 19 Länder mit der Gemeinschaftswährung wachse im Schnitt um 2,0 Prozent in diesem Jahr und um 1,9 Prozent im kommenden (jeweils minus 0,2 Punkte).

Risiken sieht die OECD vor allem in dem zunehmenden Handelsprotektionismus und Turbulenzen in zahlreichen großen Schwellenländern. Besonders stark verringert wurden die Prognosen für Argentinien und die Türkei. Die Wirtschaft Argentiniens dürfte demnach in diesem Jahr schrumpfen, die Wirtschaft der Türkei im kommenden Jahr kaum noch wachsen. Beide Länder leiden unter einer Währungskrise.

Folgen des Protektionismus bereits spürbar

Als Folge des zunehmenden Protektionismus sei der Welthandel im ersten Halbjahr spürbar schwächer ausgefallen als im vergangenen Jahr, urteilt die OECD. So sei das Wachstum des Welthandels von fünf auf drei Prozent zurückgegangen.

"Kürzlich eingeführte restriktive handelspolitische Maßnahmen haben bereits zu deutlichen Veränderungen der Handelsströme und der Preise in den betroffenen Sektoren geführt", warnt die Organisation. Zudem seien das Vertrauen und die Investitionspläne von Unternehmen getroffen worden. "Ein weiterer Anstieg der Handelsspannungen hätte erhebliche negative Auswirkungen auf die globalen Investitionen, Arbeitsplätze und den Lebensstandard."

dab/dpa/AFP



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dt24535322 20.09.2018
1. Ökonomen und ihre Glaskugeln
Jeden Tag eine andere Meldung - mal gute Aussichten, dann wieder ganz schlechte, am nächsten Tag wieder gute. Ökonomen, die die Zukunft vorhersagen wollen erinnern mich an Jahrmärkte.
karlsiegfried 20.09.2018
2. Das soll eine Neuigkeit sein?
Schön dass nun auch mal kapiert wird, dass es neben dem befristeten Leben auf dieser Welt auch ein befristetes Wachstum gibt. Nichts wächst und unendlich in den Himmel. Und zum Abschluss des Beitrags wird gleich wieder relativiert. Zitat: "Ein weiterer Anstieg der Handelsspannungen hätte erhebliche negative Auswirkungen auf die globalen Investitionen, Arbeitsplätze und den Lebensstandard.". Dieser Prognosewahnsinn ist nicht mehr zum aushalten.
jowitt 20.09.2018
3. @dt24535322 heute, 15:36 Uhr
Zitat von dt24535322Jeden Tag eine andere Meldung - mal gute Aussichten, dann wieder ganz schlechte, am nächsten Tag wieder gute. Ökonomen, die die Zukunft vorhersagen wollen erinnern mich an Jahrmärkte.
Volkswirtschaft ist halt sehr dynamisch. Tausende von voneinander abhängigen unbekannten Variablen. Selbst das Publizieren der Ergebnisse eines solchen Rechenvorgangs verändert ja letztlich schon wieder das Ergebnis.
From7000islands 20.09.2018
4. EU verschaerft Probleme
Fest steht, dass es eine Inflation gibt - in Asien deutlich staerker als in Europa - , dass der Arbeitnehmer, der nicht im Staatsdienst oder als Politiker taetig ist, mit seinem Einkommen staendig an Kaufkraft verliert, dass die globalen Konzerne wie auch die im Trend liegende Industrie (frueher: unvorstellbare) hohe Profite erzielt, die in keinem Verhaeltnis zum Aufwand fuer die Produktionskosten stehen. z.B. Apple oder Milchpulver fuer Babies. Den Eurpaern wird staendig eingeredet, dass man die Nationalbank Zinsen nicht erhoehen darf, weil die momentanen Zinsen (von z. Zt 2% ) ja eventuell nur voruebergehend sein koennten. Alle Berichte ueber wirtschaftliches Risiko scheinen nur dazu gemacht zu werden, um die Milliardaere ungestoert ihren Spekulationen nachgehen zu lassen , dass die Staaten sie um Gottes willen nicht hoegher besteuern duerfen, denn hoehere Steuern muessten zwangslaufig auf die Verbraucherpreise umgelegt werden. Nach einer Generalsanierung meiner Wohnung in Deutschland im Jahr 2012 bezahle ich nun 60% hoeheren Mietzins zusaetzlich zu den weit mehr als offiziellen 2% Inflation - Herrn Draghi und die "Wirtschaftsmacher" kuemmert das natuerlich nicht. Die lassen unser Sparguthaben verfallen. Nationale Politiker sind seit der stillen Uebernahme der Macht im EU Raum durch EU Politiker anscheinend in eine Art Angststarre verfallen in der sie keine effektiven Gesetze mehr entwickeln koennen - eine neue Haltung, die durch das (Un-)Wesen von fernen EU Oligarchen entstanden ist. Kaum ein nationaler Politiker traut sich mehr ein durchgreifendes Gesetz wie z.B. eine deutliche Erhoehung der Einkommenssteuer oder die Besteuerung von globalen Firmen auf dem nationalen Territorium zu entwickeln. In Wirtschaftsnachrichten herrscht die Warnung vor Gefahren und moeglichen Einbussen vor - das Heer unbedarfter Politiker sieht das als schrilles Warnsignal fuer die eigene Abwahl und dem Verlust eines guten Einkommens aus dem Steuerschatz. So bleibt bei den Gesetzen alles beim alten, die Geld Aristokratie beherrscht Draghi wie auch die private Nationalbank der USA , man ist dich einig: um Arbeitsdisziplin zu erhalten, braucht es Angst um den Arbeitsplatz, das Gewuerz zu dieser psychologischen Massnahem ist die praktische Lohnkuerzung durch Inflation, deren Index man manipuliert und die Erhoehung der Lebenshaltungskosten, die nicht in die Iflationsstatistik kommt wie kommunale Gebuehren und ganz unterschiedliche Kosten fuer den oeffentlichen Transport. SPD , Gruene, Linke und AFD haben also ein Riesenbetaetigungsfeld in Sachen Wirtschaftspolitik - weil sie alle aber in Angststarre schweben, kann ein idiotischer Konflikt wie um Herrn Maasen ueberhaupt erst entstehen.. Die nicht persoenlich gewaehlten EU Parlamemtarier haben allen Grund, die Wirtschaft zu umarmen und das Problem der einfachen Leute den National Politikern zu ueberlassen.
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