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29. Dezember 2014, 16:06 Uhr

Hohe Einnahmen

Haushaltsloch der öffentlichen Kassen schrumpft

Dank hoher Steuereinnahmen haben Bund und Länder ihre finanzielle Lage verbessert. Auch bei den Sozialversicherungen verringerte sich das Defizit. Nur bei den Gemeinden lief es gegen diesen Trend.

Berlin - Das Loch in den öffentlichen Kassen wird dank steigender Steuereinnahmen kleiner. Bund, Länder und Sozialversicherung verbesserten in den ersten neun Monaten dieses Jahres ihre finanzielle Lage, nur bei den Gemeinden vergrößerte sich das Defizit. Unter dem Strich habe sich die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen in den ersten drei Quartalen um 7,4 Milliarden Euro auf 20,6 Milliarden Euro verringert, berichtete das Statistische Bundesamt.

Die Einnahmen des öffentlichen Gesamthaushalts seien bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent auf 901 Milliarden Euro gestiegen, gleichzeitig seien die Ausgaben nur um 2,4 Prozent auf 921,7 Milliarden Euro gewachsen.

Der Bund reduzierte sein Defizit um acht Milliarden Euro auf 15,2 Milliarden Euro. Das Bundesfinanzministerium hatte jüngst angekündigt, dass die Bundesregierung im Gesamtjahr 2014 ihren Rahmen für neue Kredite von 6,5 Milliarden Euro nicht ausschöpfen müsse. Im nächsten Jahr will die Regierung dann sogar erstmals seit 1969 auf das Schuldenmachen verzichten und mit den Steuereinnahmen der Bürger auskommen.

Bei den Ländern stiegen die Einnahmen bis Ende September etwas stärker als die Ausgaben. Sie konnten ihren Überschuss um 400 Millionen Euro auf 800 Millionen Euro verdoppeln. Auch bei der Sozialversicherung stiegen die Einnahmen stärker als die Ausgaben, das Defizit verringerte sich um 500 Millionen Euro auf 3,6 Milliarden Euro.

Anders lief es bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden: Dort kletterten die Ausgaben stärker als die Einnahmen, wodurch sich das Haushaltsloch von zuvor 1,1 Milliarden Euro auf 2,6 Milliarden Euro mehr als verdoppelte. Kommunen machen steigende Sozialkosten für ihre oft schlechte Finanzlage verantwortlich.

mmq/Reuters/dpa

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