Schwächelnde Wirtschaft Ökonomen fordern Dumping-Kurs für den Euro

Trotz jahrelanger Krise ist der Euro im Vergleich zum Dollar noch immer vergleichsweise viel wert. Ökonomen fordern nun eine Abwertung der Gemeinschaftswährung. Das soll die Exporte aus Ländern wie Spanien oder Italien ankurbeln - und den Staaten beim Schuldenabbau helfen.
Euro-Zeichen: Gemeinschaftswährung als Werkzeug gegen die Schuldenkrise

Euro-Zeichen: Gemeinschaftswährung als Werkzeug gegen die Schuldenkrise

Foto: Arne Dedert/ dpa

Düsseldorf - Ökonomen plädieren für eine Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar, um den Krisenländern aus der Klemme zu helfen. "Ich kann mir vorstellen, dass der Euro noch weiter an Wert verlieren muss", sagt der in Oxford lehrende Finanzwissenschaftler Clemens Fuest der "Welt am Sonntag". Die besten Reformen reichten allein nicht aus, um die Schuldenstaaten wieder wettbewerbsfähig zu machen.

Wenn der Euro-Kurs sinkt, können Länder der Währungsunion Waren zu günstigeren Preisen exportieren. das kurbelt den Absatz an. Der Euro ist im Vergleich zum Dollar noch immer vergleichsweise viel wert - trotz jahrelanger Krise. Das liegt daran, dass auch die USA eine schwere Wirtschaftskrise durchleiden.

"Die Deutschen müssen ihren Standpunkt ändern", forderte deshalb auch Paul De Grauwe, Professor für Internationale Wirtschaft im belgischen Leuven. "Ihr Wunsch nach einer teuren Währung ist rein emotional und hat nichts mit rationaler Analyse zu tun."

Der schwächere Euro komme "den Krisenländern jetzt gerade recht", sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg-Bank, dem Magazin. Gerade für Länder wie Italien oder Spanien, die bei ihren Ausfuhren eher auf Masse setzten, sei dieser Preisvorteil viel wert.

ssu/dapd
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