Halbjahresrekord Mehr als 100 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom produziert

Erneuerbare Energien tragen stärker zur Stromversorgung in Deutschland bei: Erstmals sind binnen sechs Monaten 104 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Wind, Solar, Wasserkraft und Biomasse produziert worden.
Windräder in der Nordsee vor der ostfriesischen Insel Spiekeroog

Windräder in der Nordsee vor der ostfriesischen Insel Spiekeroog

Foto: Ingo Wagner/ dpa

Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ist in Deutschland auf einen neuen Höchststand geklettert. Im ersten Halbjahr 2018 wurden nach Berechnungen des Energiekonzerns E.on 104 Milliarden Kilowattstunden Strom von Wind- und Solaranlagen sowie Wasserkraft- und Biomasseanlagen erzeugt.

Das entspricht einem Zuwachs um etwa neun Prozent.

  • Windkraftanlagen an Land und auf See steuerten etwa 55 Milliarden Kilowattstunden bei, sieben Milliarden mehr als im Vorjahr
  • Die Stromerzeugung aus Solaranlagen legte im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 leicht um eine auf 21 Milliarden Kilowattstunden zu
  • Strom aus Biomasse blieb mit 20 Milliarden Kilowattstunden unverändert
  • Wasserkraftanlagen erzeugten acht Milliarden Kilowattstunden, eine mehr als im Vorjahreszeitraum.

Nicht erfasst in diesen Zahlen ist der Strom aus privaten Photovoltaik-Anlagen, der direkt verbraucht und nicht ins Netz eingespeist wird.

Im gesamten Jahr 2017 hatte der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft 36 Prozent betragen.

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Die von Januar bis Ende Juni 2018 produzierte Menge an Ökostrom würde nach E.on-Angaben rechnerisch ausreichen, um alle deutschen Haushalte bei einem Durchschnittsverbrauch von 2500 Kilowattstunden ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Innerhalb von drei Jahren sei die Ökostromerzeugung um ein Drittel gestiegen. "Das zeigt, dass die Erneuerbaren für unsere Energieversorgung immer wichtiger werden", sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung von E.on Energie Deutschland, Victoria Ossadnik.

Die in diesem Jahr bislang höchste Einspeisung erneuerbarer Energien ins Stromnetz gab es nach Angaben der Bundesnetzagentur am 3. Januar mit etwa 1,1 Milliarden Kilowattstunden. An dem Tag zog Sturmtief Burglind über Deutschland, und die Erneuerbaren deckten dabei 71,6 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland ab.

Am 28. Januar, einem Sonntag, deckten die Ökoenergien sogar 81 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland.

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SPIEGEL TV
hej/dpa
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