Ölpreise Nordseesorte Brent so teuer wie seit 2014 nicht mehr

Seit Jahresbeginn steigen die Ölpreise. Gründe gibt es dafür viele: geopolitische Spannungen in der Golfregion, Produktionsausfälle in Förderländern wie Libyen – und die robuste Nachfrage trotz Omikron.
Eine Ölraffinerie nahe Paris: Die Nordseesorte Brent steigt weiter im Preis

Eine Ölraffinerie nahe Paris: Die Nordseesorte Brent steigt weiter im Preis

Foto: BENOIT TESSIER/ REUTERS

Die Ölpreise steigen weiter: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg auf den höchsten Stand seit 2014. Ein Fass der Nordseesorte kostete zuletzt 87,34 Dollar und damit knapp ein Prozent oder 86 Cent mehr als am Montag. In der Nacht war der Kurs bis auf 87,55 Dollar gestiegen. Auch die US-Referenzsorte Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich weiter.

Der jüngste Preisanstieg folgte, nachdem sich die Huthi-Rebellen aus dem Jemen zu Angriffen in Abu Dhabi bekannt hatten. Bei der Explosion eines Treibstofftanks am Montag waren dort drei Menschen getötet worden. Zivilisten und ausländische Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden daraufhin aufgefordert, strategische Infrastrukturanlagen zu meiden. An den Märkten wuchsen deshalb die Sorgen über die Sicherheit der Öllieferungen aus der rohstoffreichen Golfregion.

Auch Produktionsausfälle als Gründe genannt

Seit Jahresbeginn haben die Ölpreise spürbar zugelegt. Als Gründe nennen Experten unter anderem Produktionsausfälle in größeren Förderländern wie Libyen, geopolitische Spannungen oder die robuste Erdölnachfrage trotz Omikron. Hinzu kommt der zuletzt schwächere Dollar, der Rohöl für Interessenten außerhalb des Dollarraums günstiger macht und die Nachfrage von dort ankurbelt.

Von der jüngsten Produktionsnormalisierung in Libyen sind die Erdölpreise allerdings kaum belastet worden. »Offenbar nehmen die Marktteilnehmer derzeit selektiv nur bestimmte Nachrichten wahr, die für steigende Preise sprechen«, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Seit dem Tief im Corona-Crash im Frühjahr 2020 summiert sich das Plus auf fast 450 Prozent.

hba/dpa-AFX/AFP