Saudi-Arabien steigert Produktion Ölpreis fällt erneut stark

Eigentlich müsste die globale Ölproduktion gedrosselt werden, damit das bedenkliche Preistief ein Ende hat. Doch Saudi-Arabien macht genau das Gegenteil. Dahinter steckt ein taktisches Manöver.
Ölförderung (Archivbild)

Ölförderung (Archivbild)

Foto: Andrew Burton/ AFP

Der staatliche saudiarabische Ölkonzern Aramco will seine Produktion von 12 auf 13 Millionen Barrel pro Tag erhöhen (ein Barrel sind 159 Liter). Man setze damit eine Anordnung des Energieministeriums um, teilte das Unternehmen mit. Der Ölpreis fiel umgehend.

Die Produktionssteigerung dürfte ein taktisches Manöver sein, um andere Länder unter Druck zu setzen, ihre Förderung zu senken.

Saudi-Arabien, mächtiges Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), hatte sich vergangene Woche in Verhandlungen mit den Partnern der Organisation nicht mit dem Wunsch durchsetzen können, die Fördermenge kollektiv zu drosseln. Vor allem Russland sperrte sich.

Die kollektive Förderkürzung sollte dazu dienen, das globale Ölangebot zu verknappen und so den Verfall des Ölpreises zu stoppen. Wegen der Coronavirus-Epidemie wird erwartet, dass die weltweite Wirtschaftsleistung sinkt. In der Folge verringert sich auch der Bedarf nach Öl.

Nachdem sich die Opec und Russland nicht einigen konnten, brach der Ölpreis im internationalen Handel dramatisch ein.

Am Dienstag erholte sich der Ölpreis zunächst wieder etwas. Nach der Ankündigung einer höheren Förderung in Saudi-Arabien fiel er nun am Mittwoch erneut deutlich.

Die Nordseesorte Brent kostete zuletzt rund 36 Dollar pro Barrel, die US-Sorte WTI rund 33 Dollar.

ssu/AFP
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