Tod von Saudi-Arabiens König Ölpreis schnellt in die Höhe

Der Tod von Saudi-Arabiens König Abdullah verursacht Nervosität am Ölmarkt. Wird sein Nachfolger Salman die Förderung begrenzen, um den massiven Preisverfall zu stoppen?

König Abdullah: Tödliche Lungeninfektion
REUTERS

König Abdullah: Tödliche Lungeninfektion


Frankfurt am Main - Nach dem Tod von Saudi-Arabiens König Abdullah herrscht Nervosität am Ölmarkt. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Sorte Brent verteuerte sich am Freitag zeitweise um 2,6 Prozent auf 49,80 Dollar. Leichtöl kostete mit 47,76 Dollar je Barrel in der Spitze sogar 3,1 Prozent mehr.

Es sei unklar, ob sich nun etwas an der saudischen Ölpolitik ändern werde, sagten Händler. König Abdullah galt als Verfechter der Strategie, die Ölproduktion trotz des zuletzt deutlichen Preisrutsches hoch zu halten.

Die Ölpreise sind seit Juni vergangenen Jahres um mehr als die Hälfte eingebrochen. Das weltweite Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage drückt die Preise. Innerhalb des Öl-Kartells Opec hatte sich zuletzt vor allem Saudi-Arabien gegen eine geringere Förderung ausgesprochen und gewährt stattdessen seinen Abnehmern Rabatte.

Die Ölschwemme bereitet Konkurrenten wie den Fracking-Firmen in den USA große Schwierigkeiten, denn ihre vergleichsweise teure Förderung wird bei einem sinkenden Ölpreis irgendwann unrentabel.

Nachfolger von Abdullah ist sein Bruder Salman. Analysten gehen bislang davon aus, dass er die Politik im Kern fortsetzen wird.

ssu/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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satissa 23.01.2015
1. Die Belastungsprobe kommt erst noch
Solange die Söhne Thronfolger waren/sind, gibt es keine Probleme. Der Staatengründer hat, nachdem er sich mit einem Stamm geeinigt hat (friedlich oder kriegerisch), eine Tochter des jeweiligen Stammesfürsten zur Frau genommen und so lange Kinder gemacht, bis ein Sohn dabei herauskam. Somit hatte jeder Stamm theoretisch die Chance, dass einer seiner Nachkommen mal den Thron besteigt. Wenn Salman und Muqrin nicht mehr da sind, bestimmt ein Thronrat, dem ein männlicher Vertreter jedes Sohnes des Staatengründers angehört, wer der nächste König wird. Da liegt dann viel Konfliktpotential in der Luft.
nimmersatt 23.01.2015
2. Klar nichts
passieren! Der Tod von König Abdullah spielt den Hasardeuren voll in die Karten! Medien werden bei "geistreichen" Erfindungen gerne Pate stehen und Preissprünge von + / - 2 % waren bisher an der Tagesordnung und keine Ausnahme wie in der DPA Meldung zu lesen!
kaimaster 23.01.2015
3. Ölpreis bleibt erstmal niedrig
Die Saudis fürchten davon, dass die Welt immer Öl unabhängig wird. E-Autos, Erdgas, erneuerbare Energie etc. all diese stellen eine große Gefahr für sie dar. Die Saudis haben Unmengen an Geld verdient, weil die Preise künstlich in die Höhe getrieben worden war. Selbst bei 20 Dollar pro barrel verdienen sie dick. Es ist so, als ob man direkt Geldscheine aus dem Boden gräbt. Bei diesem niedrigen Ölpreis werden natürlich die fortschritte neuer Techniken und Forschungen nach neue Energiequelle verhindert und evtl sogar gestoppt. Man verdient zwar weniger, aber immerhin besser als total vergessen zu werden. Wenn es so weit wäre, dann können die Saudis an dem Preis schrauben wie sie wollen, sie haben sowieso keine Macht mehr.
dunnhaupt 24.01.2015
4. Der Ölpreis wird bald wieder nach unten
Der neue König hat nicht die geringste Absicht, etwas zu verändern.
spitzaufknoof 24.01.2015
5. Preis
Der Ölpreis zeigt bereits wieder nach unten. So wir der des Euros übrigens auch.
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