Präsident Biden erwägt Verkauf von Reserven Ölpreise fallen nach Bericht über US-Eingreifen

Der Preis für Rohöl hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Nun will die US-Regierung offenbar intervenieren – und den Markt durch die Freigabe großer Ölreserven beruhigen.
Anlage der strategischen Ölreserve der US-Regierung in Freeport, Texas

Anlage der strategischen Ölreserve der US-Regierung in Freeport, Texas

Foto: Richard Carson / Reuters

An den weltweiten Rohstoffmärkten findet derzeit ein erbittertes Ringen statt. Russlands Überfall auf die Ukraine hat die – ohnehin bereits hohen – Preise für Rohöl und Erdgas weiter steigen lassen. Die Lage ist angespannt, auch wegen der Diskussionen über einen möglichen russischen Lieferstopp und der Boykottaufrufe in Europa.

Nun hat der Preisdruck aber etwas nachgelassen, weil die US-Regierung offenbar Eingriffe in den Ölmarkt erwägt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI fiel um mehr als fünf Prozent und lag am frühen Morgen bei 102,20 Dollar (91,55 Euro). Die Nordsee-Sorte Brent fiel um mehr als vier Prozent auf 108,65 Dollar.

Wie reagiert die OPEC?

Auslöser der Preisbewegung waren Berichte, dass US-Präsident Joe Biden die Freigabe von einer Million Barrel pro Tag aus den US-Ölreserven über einen Zeitraum von mehreren Monaten in Erwägung zieht. Die USA hatten Anfang des Monats wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine ein Embargo gegen russisches Öl erlassen. Dies trieb die Preise in die Höhe und verstärkte den Druck auf die Inflation weltweit, die sich bereits auf dem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten befindet.

Bedenken hinsichtlich der Nachfrage in China aufgrund des Coronalockdowns in der Wirtschaftsmetropole Shanghai sorgten hingegen für Abwärtsdruck. Dieser wurde nun durch Markterwartungen über die für Donnerstag angekündigten Pläne des US-Präsidenten zur »Senkung der Benzinpreise an der Zapfsäule« verstärkt.

Wie stabil der Abwärtstrend ist, ist fraglich. Das Ölkartell Opec wird später am Tag mit Russland und anderen wichtigen Ölproduzenten zu ihrem monatlichen Treffen zusammenkommen. Es wird erwartet, dass die Länder trotz der sich verschärfenden Energiekrise voraussichtlich die Produktion nicht um mehr als die bereits angekündigten 400.000 Barrel erhöhen werden.

beb/afp
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