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26. Mai 2014, 21:11 Uhr

Offene Rechnungen

Russland und Ukraine nähern sich im Gasstreit an

In Berlin vermittelt EU-Kommissar Oettinger im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. Im Disput um ausstehende Zahlungen deutet sich nun eine Lösung an.

Berlin - Die Gespräche zur Lösung des Gasstreits zwischen der Ukraine und Russland haben laut EU-Kommissar Günther Oettinger weitere Fortschritte gemacht. Beide Seiten hätten sich vorläufig auf die Regelung von Altschulden der Ukraine für russische Gaslieferungen verständigt, sagte er am Montagabend nach einem Treffen mit dem russischen Energieminister Alexander Nowak und seinem ukrainischen Kollegen Juri Prodan. Auch der Chef des russischen Gasmonopolisten Gazprom, Alexej Miller, nahm teil.

Der ukrainische Staatskonzern Naftogas habe sich bereiterklärt, an diesem Donnerstag zwei Milliarden US-Dollar an Gazprom für ausstehende Gasrechnungen zu überweisen. Diese Zahlung stehe aber noch unter dem Vorbehalt, dass die Präsidenten und Regierungen in Moskau und Kiew bis Mittwochabend diesem Teil der Verabredung zustimmten. Geplant ist nach Angaben Oettingers zudem eine weitere Zahlung von Naftogas an Gazprom am 7. Juni von 500 Millionen Dollar.

In ihrem wochenlangen Gasstreit haben sich die beiden Länder noch nicht auf ein Gesamtpaket einigen können. "Wir sind noch nicht durch", sagte Oettinger. Die Gespräche über die künftigen Gaspreise, die die Ukraine an Russland bezahlen muss, sollen am Freitag in Berlin fortgesetzt werden, erklärte Oettinger: "Ich glaube, dass eine Einigung möglich ist." Die Ukraine hatte vor zwei Wochen gefordert, dass Russland die Lieferpreise senken müsse, bevor die Ukraine ihre Rechnungen bezahle.

Russland beziffert die ukrainischen Gasschulden inzwischen auf 3,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro). Das Land hatte seinem Nachbarn zuletzt mehrere Rabatte gestrichen. Der Gazprom-Konzern droht, ab Anfang Juni kein Gas mehr in die Ukraine zu pumpen.

Dies könnte dann auch den Westen treffen, denn die vor dem Staatsbankrott stehende Ukraine ist das wichtigste Transitland für russische Gaslieferungen nach Europa. Im Winter wird in der EU mehr Gas verbraucht als geliefert werden kann, weshalb in den Sommermonaten die Gasspeicher gefüllt werden müssen, um die Versorgungslücke im Winter aus den eigenen Reservoirs zu schließen.

sun/dpa/Reuters

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