"Sachbezugskarten" Scholz will Vergünstigung für Arbeitnehmer streichen

Beschäftigte profitieren von Bonuszahlungen in Form von sogenannten Sachbezugskarten. Diese sollen nach Plänen des Bundesfinanzministeriums nicht mehr steuerfrei sein - in den Ländern regt sich Widerstand.
Sachbezugskarte für Mitarbeiter des Personalservice Franz & Wach

Sachbezugskarte für Mitarbeiter des Personalservice Franz & Wach

Foto: Nicole Preuninger/ Franz & Wach Personalservice GmbH/ obs

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will eine Steuervergünstigung abschaffen, von der bislang mutmaßlich Hunderttausende Arbeitnehmer profitieren. Es geht um sogenannte Sachbezugskarten, mit denen Firmen ihren Mitarbeitern steuerfrei eine geldwerte Belohnung im Wert von monatlich bis zu 44 Euro zukommen lassen dürfen. Sie funktionieren wie vorausbezahlte Kreditkarten. Die Begünstigten können damit fast überall einkaufen. Es geht bei dem Scholz-Vorstoß allerdings nicht um Essens- oder Geschenkgutscheine.

Das Finanzministerium begründet die Abschaffung der Steuerfreiheit damit, dass es sich bei den Karten nicht um Sachleistungen des Arbeitgeber handele, die steuerfrei bleiben dürfen, sondern um eine zu versteuernde Geldleistung. Es beruft sich dabei auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs.

Gegen die Scholz-Pläne haben die Länder Bayern und Saarland Einspruch erhoben. Sie wollen, dass die beliebte Belohnung bleibt. Betroffen sind angeblich 350.000 Arbeitnehmer in 15.000 Betrieben.

Auch die Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU (MIT) wendet sich gegen das Vorhaben. Die Einkäufe mit den Karten kämen laut Studien großteils dem deutschen Einzelhandel zugute, heißt es. Müssten die Unternehmen auf Gutscheine ausweichen, profitiere künftig vor allem Amazon, so die MIT.

rei