SPD-Kanzlerkandidat zur Altersvorsorge Olaf Scholz rät zum Kauf von Aktien – hat aber selbst keine

Aktien fürs Alter legt Finanzminister Scholz den Deutschen nahe. Selbst verzichtet der SPD-Politiker aber auf diese Form des Investments – um Interessenkonflikte zu vermeiden.
Olaf Scholz: Parkt sein Geld auf dem Girokonto

Olaf Scholz: Parkt sein Geld auf dem Girokonto

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Felix Zahn / imago images / photothek

Die Union erwägt für die Altersvorsorge eine aktienbasierte Generationenrente  – und auch Finanzminister Olaf Scholz hält Investments in Wertpapiere für eine gute Sache. »Wenn mich jemand fragt, was soll man machen, neben der gesetzlichen Rente (…), neben möglicherweise betrieblicher Altersvorsorge (…), dann würde ich sagen, man sollte sein Geld in Aktien anlegen. Das ist keine schlechte Sache«, sagte der SPD-Kanzlerkandidat in einem Interview mit »Business Insider «. Jeder sollte zusätzlich etwas für das Alter tun.

Trotz seines Ratschlags zum Aktienkauf sagte Scholz, er selbst halte keine Aktien. Dies begründete er damit, dass »nicht der Verdacht entsteht, dass ich meine Entscheidungen aus irgendwelchen Interessen treffen würde«. Er verfüge lediglich über einen Anteil an der Genossenschaft der »taz«. Sein Geld habe er auf dem Girokonto, sagte Scholz und ergänzte: »Das ist aber nicht meine Altersvorsorge«.

In der Vergangenheit hatten insbesondere Unionspolitiker, unter anderem der CDU-beinahe-Kanzlerkandidat Friedrich Merz, immer wieder für den Kauf von Aktien geworben. Hierfür brachte dieser einst Steuervorteile ins Spiel. Der aktuellen Idee für eine Generationenrente nach soll der Staat für Kinder monatlich in einen Pensionsfonds einzahlen.

Ganz neu ist indes auch Scholz' Bekenntnis zu Aktien nicht. In einem SPIEGEL-Streitgespräch  mit Bestsellerautorin Julia Friedrichs hatte er bereits im Februar gesagt, er wünsche sich »durchaus, dass mehr Bürgerinnen und Bürger ihr Geld in Aktien investieren, wenn sie etwas zur Seite legen können. Nicht unbedingt in einzelne Unternehmen, aber in gut organisierte Fonds, für die man nicht allzu hohe Gebühren zahlen muss.«

Frauen sollen mehr arbeiten

Der wichtigste Baustein der Altersvorsorge werde jedoch auch in Zukunft die gesetzliche Rente sein, prognostizierte Scholz nun in dem Interview mit »Business Insider«. Er verwies auch auf das bis 2025 garantierte Rentenniveau. Diese Garantie wolle er gern auch über die Mitte des Jahrzehnts hinaus verlängern: »Ich setze mich für ein stabiles Rentenniveau ein, auch als Perspektive für junge Männer und Frauen. Wer jetzt in die Arbeit geht, womöglich mit 16 oder 17 Jahren, der zahlt 50 Jahre Beiträge – da will man sich auf das Rentenniveau verlassen.«

Um das Rentenniveau stabil zu halten, müssten mehr Frauen arbeiten – und diese auch länger erwerbstätig sein. Hierzu müsse auch die Ganztagsbetreuung ausgebaut werden, sagte Scholz. Tatsächlich fällt es laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung insbesondere Müttern schwer, ihre Arbeitszeitwünsche zu realisieren. Das deutet darauf hin, dass in vielen Familien die traditionelle Rollenaufteilung dominiert.

Laut Scholz müsse es zudem besser gelingen, älteren Arbeitnehmern, die ihren Job verlieren, bis zur Rente neue Arbeit zu verschaffen. »Das sorgt für stabile Einzahlungen«, sagte er. Trotzdem werde der Staat die gesetzliche Rente weiterhin mit Steuergeld bezuschussen müssen.

Eine rote Linie, bis zu welcher Summe der Zuschuss maximal wachsen dürfe, wollte Scholz nicht ziehen. »Was notwendig ist, kann man machen«, sagte Scholz. Bei den Rentenzuschüssen handele es sich um »handelbare Summen«, schließlich werde der Haushalt in den kommenden Jahren bedeutend wachsen.

apr