Optimistische Prognosen Forscher unterbieten sich bei Arbeitslosenzahlen

Die deutsche Wirtschaft steht vor einem weiteren Boom-Jahr, das versprechen zumindest die Forscher führender Wirtschaftsinstitute. Ein Wachstum von 2,8 Prozent soll auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt massiv verbessern.
Arbeitsagentur in Ludwigsburg: Quote soll auf 6,9 Prozent sinken

Arbeitsagentur in Ludwigsburg: Quote soll auf 6,9 Prozent sinken

Foto: Thomas Kienzle/ AP

Berlin - Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hält länger an als erwartet: Die führenden Wirtschaftsinstitute korrigierten ihre Wachstumsprognose für 2011 am Donnerstag deutlich nach oben. Sie erwarten nun ein Plus von 2,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt, im Herbst lag die Prognose noch bei zwei Prozent. Die Zahlen waren bereits am Mittwoch durchgesickert, nun wurden sie in Berlin offiziell vorgestellt.

Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt soll der Aufschwung verbessern: Die Zahl der Arbeitslosen sinkt laut der Prognose im Jahresschnitt auf 2,88 Millionen, das entspricht einer Quote von 6,9 Prozent. Damit unterbieten die Institute deutlich frühere Schätzungen - etwa des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, das mit 2,93 Millionen Arbeitslosen im Schnitt rechnet.

Zugleich wird die Beschäftigung in Deutschland weiter zunehmen, wenn auch mit geringerem Tempo. Für das laufende Jahr rechnen die Institute mit einem Plus von 430.000 Erwerbstätigen, im nächsten Jahr mit einem Anstieg um 275.000.

Japan-Katastrophe gefährdet Aufschwung nicht

Mit 2,8 Prozent Wachstum läge Deutschland 2011 in der Spitzengruppe der Industriestaaten. Die Auswirkungen der Dreifach-Katastrophe in Japan auf die Weltwirtschaft würden "voraussichtlich nur kurzzeitig spürbar sein", sagen die Forscher in ihrem Frühjahrsgutachten.

Würde sich aber das Öl verknappen wegen der Aufstände in Arabien oder sich die europäische Schuldenkrise zuspitzen, könnte dies die deutsche Wirtschaft belasten. Die Forscher empfehlen, das Haushaltsdefizit abzubauen und verlangen Nachbesserungen beim europäischen Stabilisierungsmechanismus.

Die Institute überschrieben ihr Gutachten mit dem Titel "Aufschwung setzt sich fort". Im vergangenen Jahr hatte das Wachstum 3,6 Prozent betragen. Die Institute erwarten, dass sich die Auftriebskräfte allmählich vom Export zur Binnennachfrage verschieben. Gleichwohl soll der Überschuss der Leistungsbilanz von 141,4 Milliarden auf 153,4 Milliarden Euro weiter steigen.

cte/dapd
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