Paradise Papers Queen-Vertreter verteidigt Investment mit Wucherzinsen

Geld der Queen wurde offenbar in eine Kaufhauskette investiert, die bei Ratenzahlung Wucherzinsen verlangte. Der zuständige Vermögensverwalter nennt die Anlage "geprüft und legal".

Bermudas
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Investitionen in Steueroasen mit Geld der Queen waren den zuständigen Vermögensverwaltern zufolge "geprüft und legal". Das teilte das Herzogtum von Lancaster am Montag mit, das Teile des Privatvermögens der britischen Königin Elizabeth II. verwaltet. "Wir haben eine Reihe von Investitionen getätigt, ein paar davon in ausländische Fonds", hieß es in der Mitteilung.

Das Herzogtum reagierte damit auf Berichte mehrerer Medien, unter anderem der "Süddeutschen Zeitung", denen Millionen von Daten aus Steuerparadiesen zugespielt worden waren. Den Paradise Papers zufolge soll Geld der Queen über einen Investmentfonds auf den Kaimaninseln in einer Kaufhauskette angelegt worden sein, die bei Ratenzahlungen Wucherzinsen verlangt habe.

Die britische Opposition forderte eine öffentliche Untersuchung zu den Erkenntnissen aus den Dokumenten. "Die schockierenden Enthüllungen aus den Paradise Papers über erneut weitverbreitete Steuervermeidung und Steuerflucht in industriellem Ausmaß muss zu entschiedenem Handeln und echtem Wandel führen", sagte Labour-Chef Jeremy Corbyn am Montag.

ssu

insgesamt 12 Beiträge
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MathiasMai 06.11.2017
1.
Komischerweise kommen solche Forderungen zur Veränderung der Gesetze immer nur von der Opposition. Sobald die Parteien an der Regierung sind, hört man kaum noch etwas davon. Auch die Deutschen haben in der Europäischen Union viele Gesetze verhindert. Die Regierung muss sich den Vorwurf gefallen lassen diese Steuervermeidung mit zu unterstützen. Schon alleine das nicht genügend Steuerfahnder eingestellt werden, die ein Vielfaches ihres Gehaltes einbringen hat einen komischen Beigeschmack
echt alles egal? 06.11.2017
2. wenn die Taschen voll sind
Na zum Glück, waere ja auch schlimm wenn die Reichen was zum erklären hätten inklusive der Queen. Alles bleibt beim alten und reichen werden noch reicher. Fragen? War schon immer so, & wird immer so bleiben. Good luck to humanity, btw it doesn't exist! Read in history, and get upset even more. Hope you believe in something better!
womo88 06.11.2017
3. Ausreden
Beliebte Ausrede: "Geprüft und legal", d. h. doch nichts anderes als rechtlich in Ordnung. Auch die meisten Steuerschlupflöcher sind legal, aber ist die Nutzung auch legitim? "Legitim" ist eine moralische Kategorie. Da wird gerne abgelenkt.
rilepho 06.11.2017
4. Das ist das Schöne an solchen Affairen!
Jeder Erwischte hält sein Verhalten für völlig unkompliziert und vor allen Dingen für völlig legal! Jetzt fehlt nur noch, dass die Politiker anfangen zu jammern über solche "bösen" Leute!
at.engel 06.11.2017
5.
"geprüft und legal"... Genaugenommen sind ja die Paradise Papers wesentlich gefährlicher als die Panama Papers... Das Leute irgendetwas illegal machen, wird man nie verhindern können, Man kann das nur systematisch verfolgen und entprechend bestrafen. Aber wenn die Reichen praktisch ganz legal Steuern umgehen können - welcher Fond da in was investiert ist da wirklich schon zweitrangig - dann löst das langsam aber sicher den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf. Wenn selbst die Queen nur noch in ihre eigene Tasche wirtschaftet, warum soll dann überhaupt noch jemand Steuern zahlen. Warum soll dann Hamilton Mehrwertssteuer für irgendetwas zahlen... warum soll dann überhaupt noch irgendjemand irgendwelche Steuern zahlen... wenn es vollkommen "legal" ist, Steuern zu umgehen.
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