Personalnot Fast 40.000 Stellen in der Pflege unbesetzt

Die Personallücke im Pflegesektor ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Gesundheitsminister Spahn will gegensteuern.

Pflegerinnen
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Der Mangel an Pflegekräften in Deutschland weitet sich aus. Im Dezember 2018 waren bundesweit knapp 40.000 Pflegestellen unbesetzt. Das bestätigte die Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet.

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Altenpflegedienste verzeichneten demnach 23.862 Vakanzen für Fachkräfte und Helfer, in der Krankenpflege waren im Jahresdurchschnitt 15.707 offene Stellen gemeldet.

Im Vergleich zu 2017 sind die Vakanzen gestiegen. Damals waren 23.300 Stellen in der Altenpflege und 14.700 in der Krankenpflege unbesetzt.

Gemeldete Stellen für Altenpflegefachkräfte sind den Angaben zufolge im Schnitt 183 Tage unbesetzt, auf 100 Stellenangebote kamen zuletzt nur 25 Arbeitslose. Die Personalprobleme nehmen offenbar zu, obwohl die Zahl der Beschäftigten in der Pflegebranche steigt.

In der Altenpflege waren im vergangenen Jahr knapp 583.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, gut 20.000 mehr als im Vorjahr. In der Krankenpflege stieg die Beschäftigtenzahl von 1,04 auf 1,06 Millionen.

"Es gibt immer mehr Pflegekräfte. Aber es sind trotzdem noch nicht genug", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem "Handelsblatt". "Denn der Bedarf unserer älter werdenden Gesellschaft steigt stärker als die Zahl der Pflegekräfte." Spahn will nun die Entlohnung verbessern, Ausbildung und Beruf attraktiver machen und zudem Möglichkeiten schaffen, neue Pflegekräfte anzulocken.

ssu

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insgesamt 27 Beiträge
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babbelnet 08.01.2019
1. nichts neues
und bei den nächste Wahlen wird uns wieder erzählt dass man neue Stellen schaffen wird. genauso wie bei der Polizei. Ändern wird sich aber nie etwas so lange man nicht anfängt solche Jobs anständig zu entlohnen
Postwachstumsökonom 08.01.2019
2. Mindestlohn
erhöht einfach den Mindestlohn auf 4000 Euro brutto im Monat und innerhalb von wenigen Monaten hat auch das Problem erledigt. So einfach ist das. Aber für 2000 brutto und nie frei hat da keiner Bock drauf. Dai bleibe ich lieber in meinem langweiligen Bürojob, mit mehr Gehalt bei 4 tage-Woche. Das lobgepriesene marktwirtschaftliche Konzept von Angebot und Nachfrage scheint hier ja überhaupt nicht zu funktionieren.
yvowald@freenet.de 08.01.2019
3. Umschulung heißt das Zauberwort
Immer die gleiche Leier: Es fehlt Personal im Pflegedienst, es fehlt an Ärzten, es fehlt an Fluglotsen, es fehlen Polizistinnen und Polizisten und so weiter. In der Autoindustrie werden schon sehr bald Millionen Arbeitsplätze überflüssig, wenn beispielsweise auch VW die Produktion von Elektroautos nach China verlagert. Es sollte so schnell wie möglich damit begonnen werden, die überzähligen Autobauer umzuschulen, um die Stellen in Mangelberufen aufzufüllen. Auch ein intelligenter Automechaniker kann durchaus noch Arzt oder Polizist werden. Und auch Krankenpfleger oder Fluglotse. Es müssen allerdings Anreize geboten werden, um auch Menschen ohne jede berufliche Ausbildung integrieren zu können.
Der Dude 08.01.2019
4. Herr Spahn
verspricht seit einem Jahr vieles, setzt aber wenig um. Bei den Bundestagswahlen letztes Jahr, hat er doch ein "Sofortprogramm" ausgerufen. Davon merken bis heute sowohl die Patienten wie auch das Pflegepersonal nicht.
Nonvaio01 08.01.2019
5. bei dem gehalt
kein wunder......fuer so einen hungerlohn wuerde ich auch nicht arbeiten.
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