Kosten für Unterbringung und Verpflegung Der Eigenanteil für Pflege im Heim steigt auf 2015 Euro - pro Monat

Wird ein Familienmitglied zum Pflegefall, kann das kostspielig werden. Die Eigenanteile für die Unterbringung im Heim sind seit 2019 abermals stark gestiegen. In NRW ist es besonders teuer.
Foto:

Marcel Kusch/ dpa

Wenn ein Angehöriger ins Pflegeheim muss, trägt die Pflegeversicherung anders als die Krankenversicherung nur einen Teil der Kosten. Vor allem Kosten für Unterkunft und Verpflegung müssen vom Bewohner oder dessen Familie grundsätzlich selbst getragen werden. Und das wird immer teurer.

Für die Betreuung im Heim müssen Pflegebedürftige nun erstmals im bundesweiten Schnitt mehr als 2000 Euro bezahlen - pro Monat wohlgemerkt. Das geht aus den Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand vom 1. Juli hervor.

Heime in NRW am teuersten

Der Eigenanteil in der Pflege beläuft sich demnach auf durchschnittlich 2015 Euro. Das sind 124 Euro mehr als Mitte 2019. Dabei gibt es weiterhin große regionale Unterschiede. Im Vergleich der Bundesländer am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2405 Euro. Dagegen ist die Belastung in Sachsen-Anhalt mit 1436 Euro am niedrigsten.

In den Summen ist auch ein Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 786 Euro im Monat, nachdem es zum 1. Juli 2019 noch 693 Euro waren.

Höhere Beiträge als Lösung?

Die Chefin des Verbands der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner, sagte, das Problem der steigenden Eigenanteile müsse angegangen werden. Eine kurzfristig umsetzbare Lösungsmöglichkeit wäre, die Leistungsbeträge der Pflegeversicherung einmalig anzuheben. Dies könnte zum Beispiel Mehrbelastungen durch höhere Tariflöhne in Pflegeheimen ausgleichen, denn die Mindestlöhne in der Pflege sollen stark angehoben worden.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die von der Coronakrise überlagerte Debatte über eine Pflegereform im Herbst neu starten. Dann soll auch klar sein, wie sich die Pandemie auf die Sozialkassen auswirkt.

Erst im Januar war eine Neuregelung zur Finanzierung in Kraft getreten: Wenn das Vermögen des Pflegebedürftigen aufgebraucht ist, werden dessen Kinder erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro zum Unterhalt verpflichtet. In diesen Fällen springt dann der Staat ein. Lesen Sie dazu hier: Keine Angst mehr vorm Sozialamt.

apr/dpa