Gesetzentwurf Das sind Heils Pläne für besser bezahlte Pflegekräfte

Die Pflegebranche braucht dringend neue Kräfte. Um den Beruf attraktiver zu machen, sollen die Angestellten mehr Geld bekommen. Arbeitsminister Heil verfolgt dabei zwei Strategien.

Pflegekräfte sollen mehr Geld bekommen
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Pflegekräfte sollen mehr Geld bekommen


Pflegekräfte sollen in Deutschland besser bezahlt werden. Der Bundestag beriet erstmals einen entsprechenden Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Das erste Ziel sei es, die bessere Bezahlung über eine Tarifvereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu erreichen, bekräftigte Heil. Einen entsprechenden Tarifvertrag wolle er dann allgemeinverbindlich erklären.

Komme ein solcher Tarifvertrag aber nicht zustande, werde auch für qualifizierte Pflegekräfte ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt. "Es geht um Fachkräfte, die wir dringend brauchen", sagte Heil. Es gehe aber auch um die Menschlichkeit der Gesellschaft.

Kritik von den Arbeitgebern

Der CDU-Arbeitsmarktexperte Peter Weiß sagte, in der Altenpflege liege der Lohn im Schnitt um acht Prozent unter dem Niveau der Krankenpflege. Diese Lücke solle möglichst geschlossen werden.

Am Rande der Sitzung sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), angesichts von heute 80.000 fehlenden Fach- und 110.000 fehlenden Hilfskräften bis 2030 seien auch Fachkräfte aus dem Ausland nötig. Deshalb habe er um solche nun in Mexiko geworben. Zudem würden die Ausbildungszahlen gesteigert, und er freue sich auch über jeden Flüchtling, der in die Altenpflege gehe.

Einen Tarifvertrag für die Altenpflege wollen erstmals die Gewerkschaft Ver.di und die neue Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) abschließen, der unter anderem Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt und des Arbeiter-Samariter-Bundes angehören.

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege, Thomas Greiner, kritisierte die Pläne der Regierung scharf: "Wettbewerb soll durch tarifliche Gleichmacherei gestoppt und Investitionen für eine gute und bezahlbare Pflege für alle sollen geopfert werden."

brt/dpa

insgesamt 5 Beiträge
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Freidenker10 26.09.2019
1.
Gerne kann man den Mindestlohn erhöhen, aber davon profitieren dann ein Paar Pflegekräfte auf dem Land in Ostdeutschland und der Rest? Pflegeheime sind überwiegend in Städten angesiedelt und da gehts schon lange nicht mehr um einen MIndestlohn sondern anständige Löhne um sich das Leben in einer Stadt noch leisten zu können und auch dem Job angemessen ist. Es hat schon seinen Grund warum immer weniger diese Arbeit machen wollen, weil sie extrem anstrengend ist und auch im Unterschied zu anderen Jobs psychisch und physisch! Die Diskussion um eine Mindestlohnerhöhung wäre für den Staat natürlich billig weil es nur wenige betrifft, würde aber die Attaktivität des Berufes als ganzes so gut wie gar nicht erhöhen! Es muss endlich eine angemessene Bezahlung her und keine billigheimerlösung, die gibt es nun schon seit 30 Jahren! Auch muss sich die Personalverordnung dringend verbessern, so ist beispielsweise in Baden Württemberg im Nachtdienst eine Pflegekraft für 45 Bewohner/Patienten zuständig, wie soll das denn Bitte verantwortungsvoll funktionieren? Das ist nichts als übelste Ausbeutung und mit ein Grund warum viele den Beruf verlassen! Also wer den Beruf wirklich attraktiver machen will kommt um erhebliche und vor allem spürbare Verbesserungen nicht herum! Alles andere ist Augenwischerei!!
bartsuisse 26.09.2019
2. Anhebung der Löhne der Altenpfleger
auf Niveau Fachpflege.....so so...wie wärs mit einer Anhebung der deutschen Pflege auf europäisches Niveau? Deutsche Pfleger haben NICHT die gleichen Kompetenzen wie in vielen anderen Staaren. Also Anheben der Kompetenzen durch bessere Ausbildung, Anheben der Löhne (a er nicht lächerliche 8% brutto) und vorallem Verbesserung des Personalspiegels um die Arbeitsbedingungen und die Qualität zu verbessern. Es kann nicht sein, darf nicht sein und ist skandalös, wenn man in Deutschland hört dass Hygiene nicht erzielt wird wegen Zeitmangel...all dies kann man nicht ändern durch Import von Pflegekräften. Die sind sogar oft besser ausgebildet als Deutsche, werden aber die Motivation schnell verlieren wenn sie merken was Pflege in Deutschland bedeutet
ja-nuss 26.09.2019
3.
Im Ausland ausgebildete Pflegefachkräfte müssen in Deutschland erst die hohen Hürden ser staatlichen Anerkennung überwinden oder eine ganz neue Ausbildung (3Jahre) machen. Für junge Menschen denkbar, aber für ältete erfahrene Kräfte mit Familie meist nicht realisierbar. Das sind dann die beschworenen Fachkräfte, die aber leider nicht einsetzbar sind.
bartsuisse 27.09.2019
4. ja-nuss - erstaunlich
das gilt nur für Pflegekräfte ausserhalb der EU. Spanier oder Italiener werden anerkannt, verfügen aber über mehr Kompetenz als deutsche Pfleger nach der Grundausbildung. Umgekehrt sind Deutsche ohne Zusatzkurse beispielsweise in der Schweiz nicht gleichwerttig ausgebildet und einsetzbar weil alles um Venen fehlt. IV, INFUSIONEN etc dürfen in Deutschland vom Pflegepersonal nicht durchgeführt werden. Daher schrieb ich. Deutsche Pflege braucht eine Aufwertung, fachlich, hierarchisch, akademisch, sonst bleibts beim Waschen, Füttern, Tuch auflegen...duesen Schritt haben viele Staaten längst getan
w.glsener 27.09.2019
5. Staatliche Aufgabe!
Pflege sollte langfristig in staatliche Hände gelegt werden. Gleiche, vorgegebene Ausbildung für das Pflegepersonal. Je nach Qualifikation einheitliche Entlohnung. Einheitlicher Personalschlüssel. Kosten durch Erhöhung der Abgaben zu Pflegeversicherung und staatlicher Zuschüsse generieren. Vorteil: Niemand muß sich fürchten, bei Pflegebedürftigkeit seinen Angehörigen zur Last zu fallen, gleiche Pflege für alle. Vermögende, die eine solche Gleichstellung ablehnen, sollten weiterhin die Möglichkeit haben, in privaten Einrichtungen unterzukommen. Gewinnmaximierung privater Heime würde weitestgehend ausgeschlossen.
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