Medienbericht Pflegerat fordert 4000 Euro Einstiegsgehalt für Pflegekräfte

Der Präsident des Deutschen Pflegerats hält 4000 Euro Einstiegsgehalt für »eine angemessene Entlohnung« für Pflegepersonal. Die Coronakrise habe Angehörige der Berufsgruppe an ihre Grenzen gebracht.
Pflegekräfte auf der Coronastation (Symbolbild): In der Pandemie besonders gefordert

Pflegekräfte auf der Coronastation (Symbolbild): In der Pandemie besonders gefordert

Foto: Jens Büttner / dpa

Der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, fordert ein Einstiegsgehalt von 4000 Euro für Pflegefachkräfte. »Das wäre eine angemessene Entlohnung. Damit wäre der Pflegeberuf konkurrenzfähig mit anderen Berufsgruppen«, sagte er der »Passauer Neuen Presse« .

Mehr Personal sei nötig, um die Pflegenden in Heimen und Krankenhäusern zu entlasten, so Wagner, der auch Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe ist. Die Coronakrise habe viele Pflegekräfte an den Rand dessen gebracht, was leistbar sei. »Die Erschöpfung geht bei einigen so tief, dass sie unter posttraumatischen Erschöpfungszuständen leiden. Viele denken daran, ihren Beruf aufzugeben«, sagte Pflegeratspräsident Wagner.

Der Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger hatte erst kürzlich gewarnt, dass wegen Corona immer mehr Pflegekräfte ihrem Beruf den Rücken kehren würden. Die Pandemie könnte bereits in der zweiten Jahreshälfte zu »einem Massenexodus aus dem Beruf« führen, hieß es vom International Council of Nurses (ICN).

Auch in Deutschland ging laut einem Bericht der Funke Mediengruppe die Zahl der Beschäftigten in der Pflege zwischen Anfang April und Ende Juli 2020 um mehr als 9000 beziehungsweise 0,5 Prozent zurück. Unklar ist allerdings, welchen Anteil daran der Rückzug von Beschäftigten aus dem Berufsfeld hat.

bbr/dpa
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