Nach Reform Ausgaben der Pflegeversicherung steigen deutlich

Verbesserungen für Demenzkranke und die häusliche Versorgung: Die Pflegeversicherung hat im ersten Halbjahr 5,5 Milliarden Euro mehr ausgegeben als im Vorjahr - im Zug der Reform waren auch die Beiträge erhöht worden.
Bewohner eines Alten- und Pflegeheims in Mecklenburg-Vorpommern

Bewohner eines Alten- und Pflegeheims in Mecklenburg-Vorpommern

Foto: Jens Büttner/ picture alliance / dpa

Die seit diesem Jahr geltende zweite Stufe der Pflegereform hat die Versorgung für viele Betroffene verbessert - und wie erwartet auch zu Kostensteigerungen bei der Pflegeversicherung geführt. Diese fallen deutlich aus: Allein im ersten halben Jahr wuchsen die Ausgaben der Pflegekassen einer Sprecherin des Kassen-Spitzenverbands zufolge um rund 5,5 Milliarden Euro auf 20,8 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr verzeichnete die Pflegeversicherung Ausgaben von 29,7 Milliarden Euro.

Angesichts der erwarteten Ausgabensteigerungen waren ebenfalls zum Jahresbeginn die Beiträge um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent für Eltern und 2,8 Prozent für Kinderlose angehoben worden. Durch die Pflegereform bekommen in diesem Jahr rund 200.000 Menschen Pflegeleistungen, die sonst leer ausgegangen wären. Besser berücksichtigt werden Beeinträchtigungen von Wahrnehmung und Erinnerung etwa bei Demenz oder Probleme in der Alltagsbewältigung.

In diesem Jahr erwartet der Verband nach einer bereits seit Längerem vorliegenden Schätzung steigende Ausgaben von deutlich mehr als 37 Milliarden Euro. Dem stehen trotz der Beitragserhöhung lediglich geschätzte Einnahmen von rund 34 Milliarden Euro gegenüber. Das Defizit soll aus den bestehenden Rücklagen der Pflegeversicherung von rund 9,4 Milliarden Euro ausgeglichen werden.

fdi/dpa
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