Plädoyer in Parteizeitung China peilt flexiblere Währung an

Der Appell ist eindeutig: Der Renminbi solle flexibler werden, schreibt ein Wirtschaftsblatt der chinesischen Kommunisten. China müsse die Inflation bekämpfen, Nachteile für die Exporte fürchten die Kommentatoren nicht.

Chinesische Banknoten: Attraktives Spekulationsziel
REUTERS

Chinesische Banknoten: Attraktives Spekulationsziel


Shanghai - China kämpft gegen die Inflation, gerade erst stieg die Teuerungsrate auf ein Dreijahreshoch. Nun plädiert ein Wirtschaftsblatt für eine größere Flexibilität des Renminbi. Das "China Securities Journal" schrieb am Dienstag, das Schwankungsband der chinesischen Währung zum Dollar solle erweitert werden. Die staatliche Zeitung gilt als Sprachrohr der kommunistischen Führung.

Die Zeit sei reif für diesen Schritt, hieß es in einem Leitartikel auf der ersten Seite des Blatts. Die derzeitige Bandbreite mache die Währung unflexibel und zu einem attraktiven Spekulationsziel. In der Folge fließe überschüssiges Geld in die Wirtschaft des Landes.

Angesichts ihres anhaltend hohen Handelsüberschusses muss sich die Volksrepublik nach Einschätzung der Kommentatoren bei einer solchen Reform keine Sorgen wegen möglicher Folgen für die Exportwirtschaft machen. Die Schuldenkrisen in Europa und den USA dämpften zugleich das Interesse der Investoren, eine größere Schwankungsbreite des Renminbi für spekulative Zwecke auszunutzen.

Die westlichen Industriestaaten verlangen seit langem von China, seine Währung aus der Bindung an den Dollar zu lösen und damit eine Aufwertung zuzulassen. Sie werfen der Volksrepublik vor, ihre Exporte im internationalen Vergleich durch die Koppelung künstlich billig zu halten.

dab/Reuters



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