Pläne für Tourismusprojekt Chinesischer Landkauf verunsichert Island

Ein Immobilien-Tycoon aus China schreckt Island auf: Für 100 Millionen Dollar will Huang Nubo ein Ökoresort auf der Insel errichten. Die Regierung weiß nicht recht, ob sie sich über die Pläne freuen soll - oder zum Opfer politischer Expansionspläne wird.
Naturidylle auf Island: Was planen die Chinesen?

Naturidylle auf Island: Was planen die Chinesen?

Foto: ADAM BUTLER/ ASSOCIATED PRESS

Peking - Das Objekt der Begierde misst stolze 300 Quadratkilometer und ist damit dreimal so groß wie Sylt. Diese Landfläche will der chinesische Multimillionär Huang Nubo im Nordosten Islands kaufen, um darauf ein Tourismus- und Golfresort zu errichten. Das entspricht 0,3 Prozent der gesamten Fläche des Landes. Den Kaufpreis beziffert die "Financial Times" auf 8,8 Millionen Dollar,  zudem wolle Huang mindestens 90 Millionen Dollar in die Anlage investieren.

Doch die Begeisterung der isländischen Regierung hält sich in Grenzen. Der isländische Innenminister signalisiert bereits Skepsis, das Gebiet namens Grímsstadir á Fjöllum zu verkaufen. "China kauft derzeit weltweit Land", sagte Ögmundur Jónasson der Zeitung. "Wir müssen unbedingt die internationalen Verstrickungen beachten."

Hintergrund ist, dass das Nato-Mitglied Island in der weltweiten Machtverteilung eine wichtige strategische Rolle spielt - durch die Lage zwischen Europa und Nordamerika. Für China wäre das Land etwa als Drehkreuz für den Handel von Interesse, wenn wegen des Klimawandels die arktischen Gewässer für den Schiffsverkehr zugänglich werden. Zufall oder nicht: Das von Huang anvisierte Gebiet liegt in der Nähe eines Tiefseehafens.

Viele Isländer fragen sich laut "Financial Times" zudem, warum Huang ein so riesiges Gebiet kaufen will, um ein Golfresort zu errichten. Das Außenministerium teilte der Zeitung mit, man begrüße ausländische Investitionen grundsätzlich. Um das Projekt abzusegnen, sei aber eine gründliche Untersuchung nötig.

Der Investor verfügt laut dem US-Magazin "Forbes" über rund 890 Millionen Dollar und gehört damit zu den 200 reichsten Chinesen. Er arbeitete früher auch für die Regierung der Volksrepublik - in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit und im Bauministerium. Vertraute sagten der "Financial Times", Huang gehe es bei dem Projekt "um die Liebe zur Natur und weniger um geopolitische Ziele". Er habe seine Pekinger Studentenbude in den siebziger Jahren mit einem Isländer geteilt und wolle in dem Land ein Tourismusresort nach höchsten Umweltstandards errichten.

cte
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