Kampf gegen Müllflut EU verbietet Einweg-Plastikprodukte

Achtlos weggeworfenes Plastikgeschirr und Zigarettenkippen verdrecken unsere Umwelt. Die EU will nun dagegen vorgehen - und will auch die Hersteller an den Reinigungskosten beteiligen.

Plastikmüll (Archiv)
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Plastikmüll (Archiv)


Das Europaparlament in Straßburg hat ein EU-weites Verbot von Einmalprodukten aus Kunststoff wie Plastikteller, Wattestäbchen und Trinkhalme beschlossen. Einwegprodukte, für die es umweltfreundlichere Alternativen gibt, müssen spätestens ab 2021 vom Markt genommen werden.

Außerdem gibt es weitere Auflagen für Plastikflaschen: Ab 2024 dürfen Getränkebehälter aus Kunststoff nur vertrieben werden, wenn die Verschlüsse und Deckel am Behälter befestigt sind. Zudem wird festgelegt, dass neu verkaufte Plastikflaschen bis 2025 zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Material bestehen müssen. Die Neuregelung schreibt weiter vor, dass bis 2029 mindestens neun von zehn Plastikflaschen getrennt gesammelt und recycelt werden müssen.

Hersteller sollen sich an den Reinigungskosten beteiligen

Die Hersteller sollen zudem verpflichtet werden, sich an den Kosten von Reinigungsaktionen - etwa an Stränden - zu beteiligen. Dies gilt insbesondere für die Tabakindustrie, da zahlreiche Zigarettenfilter in der Umwelt landen. Auch für angespülte Fischfangnetze sollen die neuen Vorschriften gelten.

Auf diese Vorschriften hatten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten vorab geeinigt. Der Rat der Mitgliedsländer muss die Vorlage nun noch formal absegnen, was in Kürze geschehen dürfte. Die Mitgliedstaaten haben anschließend zwei Jahre Zeit, um die neuen Vorschriften in nationales Recht umzusetzen.

Die neue Regelung soll dazu beitragen, die Unmengen Plastikmüll in der Umwelt und in den Weltmeeren einzudämmen. In Kraft treten werden die Änderungen, auf die sich EU-Unterhändler bereits im Dezember geeinigt hatten, voraussichtlich in etwa zwei Jahren.

Verboten werden nur Gegenstände, für die es bessere Alternativen gibt. Außerdem soll für eine Reihe von Einmal-Produkten mit einem gewissen Kunststoffgehalt - etwa Feuchttücher - eine Kennzeichnungspflicht gelten. Dabei soll auch auf die negativen Umweltauswirkungen hingewiesen werden.

Mit den Maßnahmen könnten laut EU-Kommission bis 2030 Umweltschäden im Wert von 22 Milliarden Euro vermieden werden. Verbraucher könnten bis zu 6,5 Milliarden Euro sparen.

brt/dpa/AFP

insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
JürgenHammerbeck 27.03.2019
1. Plastikflaschen / Das ist ein Einweg-Plastikprodukt
Plastikflaschen / Das ist ein Einweg-Plastikprodukt Warum nicht generell ab 2020 verbieten? Die EU hat wieder halbherzig gehandelt.
masterbird 27.03.2019
2. Danke EU
...für den berüchtigten Tropfen auf dem heißen Stein. Aber naja... Vorbildfunktion könnte das allemal haben.
brandmauerwest77 27.03.2019
3. Plastikmüll
Traurig genug, dass es scheinbar nur mit Verboten geht, etwas in die richtige Richtung zu bringen. Aber es ist wenigstens mal ein Anfang, dem weitere Schritte folgen sollten. Noch wichtiger wäre allerdings, die Notwendigkeit von Umweltschutz im Bewusstsein auch der Bürger zu verankern, die Ihren Müll beispielsweise immer noch achtlos in den Städten und der Landschaft entsorgen, vorzugsweise in der Nähe von Läden wie Burger King, McDonald und Co. Diese moderne Esskultur fördert ja geradezu eine Wegwerfmentalität.
cave68 27.03.2019
4. ich bekomme
jede Woche Quark zum Backen für meine Backstube in Plastikeimern geliefert...ebenso Zuckerglasur und ähnliches. Es wäre keinerlei Problem diese Eimer nebst Deckel zu sammeln und sie dem Lieferanten zurückzugeben damit diese penibel gereinigt und wiederverwendet werden. Ich frage mich woran es liegt,dass dies nicht gemacht wird....ich will gar nicht wissen,wieviele Millionen Eimer alleine bei uns im Nahrungsmittelhandwerk so nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden...vollig unnötig!
Stäffelesrutscher 27.03.2019
5.
Bis vor kurzem waren die 0,5-er Flaschen von Coca-Cola Mehrweg. Dann stellte der Konzern um auf Einweg. Warum? Weil er's bisher darf. Warum verlangt der Handel für Getränke in der Mehrwegflasche teilweise das Doppelt oder Dreifache des Preises wie für dasselbe Getränk in der Einwegflasche? Links steht 1 Liter Limo Mehrweg für 89 Cent, rechts stehen 1,5 Liter Limo Einweg für 59 Cent. An sowas muss die EU ran. Warum werden Einwegflaschen nicht generell verboten?
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