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05. Oktober 2012, 17:32 Uhr

Südafrika

Weltgrößter Platinproduzent entlässt 12.000 Streikende

Der größte Platinproduzent der Welt hat 12.000 Minenarbeiter gefeuert. Der südafrikanische Konzern Anglo American wirft den Beschäftigten vor, mit Streiks einen Schaden von rund 64 Millionen Euro verursacht zu haben. Präsident Zuma forderte ein Ende der Gewalt

Johannesburg - Wegen Beteiligung an Streiks hat der weltgrößte Platinproduzent Anglo American 12.000 Minenarbeiter entlassen. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, die Beschäftigten hätten gegen das Arbeitsrecht verstoßen und seien auch nicht zu den angesetzten Disziplinarverfahren erschienen. In den südafrikanischen Minen gibt es seit Wochen Streikbewegungen, an denen sich schätzungsweise 100.000 Beschäftigte beteiligen.

Im Platinbergwerk Marikana wurden Mitte August 34 streikende Bergleute von Polizisten erschossen. Es war der blutigsten Polizeieinsatz seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994. Bereits einige Tage zuvor hatte es bei Protesten an der Mine zehn Tote gegeben, darunter auch Polizisten. Erst vor wenigen Tagen wurden wieder fünf Menschen im Zusammenhang mit Streiks von Minenarbeitern getötet.

Anglo American gab an, zuletzt sei nur ein Fünftel der Arbeiter zum Dienst erschienen. Dadurch sei dem Unternehmen ein Schaden von 700 Millionen Rand (64 Millionen Euro) entstanden. Von den Streiks betroffen sind neben Platinminen auch Gold- und andere Minen. Die Arbeitskämpfe weiteten sich aus, nachdem die Arbeiter in Marikana eine Lohnerhöhung von mehr als 20 Prozent durchgesetzt hatten.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma forderte am Donnerstagabend ein Ende der Gewalt. "Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, eine Nation zu sein, in der ständig gekämpft wird", sagte er bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern.

cte/AFP/dpa

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