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01. Juni 2013, 15:23 Uhr

Blockupy-Protest in Frankfurt

Polizei kesselt Aktivisten ein

Bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt kommt es zu ersten Scharmützeln: Die Polizei hat wegen einzelner Vermummter Hunderte Demonstranten eingekesselt, die sich dem Zug angeschlossen hatten. Die Beamten setzen Pfefferspray ein, Aktivisten werfen Farbbeutel und Feuerwerkskörper.

Frankfurt am Main - Angespannte Stimmung im Frankfurter Bankenviertel: Bei dem Demonstrationszug Tausender Menschen im Rahmen der Blockupy-Proteste gegen den Sparkurs in der Euro-Zone ist es zu Gewalt zwischen Aktivisten und der Polizei gekommen. Am Rande des Bankenviertels kesselten die Beamten nach eigenen Angaben Anhänger des sogenannten Schwarzen Blocks ein - vermummte und in Schwarz gekleidete Demonstranten, die als gewaltbereit gelten.

Die Polizei sprach von 200 bis 400 Menschen, die eingekesselt seien, die Veranstalter von tausend. Auch zur Gesamtzahl der Teilnehmer gibt es unterschiedliche Angaben: Laut Blockupy waren mehr als 20.000 Menschen unterwegs, die Polizei sprach am Mittag von 7000 Demonstranten.

Kurz nach 12 Uhr hatte sich der Demonstrationszug im Stadtzentrum in Bewegung gesetzt. Vermummte Teilnehmer liefen in der Mitte des Zuges. Auf Höhe der Städtischen Bühnen stoppte die Polizei gegen 13 Uhr die Gruppe Demonstranten an der Spitze, in der sich Vermummte befanden. Polizeiangaben zufolge führten sie sogenannte Passivbewaffnung wie Schilde mit sich und spannten Seile an den Rändern des Zuges.

EZB-Blockade gescheitert

Friedliche Teilnehmer vor dieser Gruppe durften demnach weiterziehen, Nachfolgenden habe man angeboten, links und rechts um die Absperrung herumzulaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei habe die Eingekesselten dann aufgefordert, ihre Vermummung abzulegen und verbotene Gegenstände niederzulegen - dies sei jedoch ohne Erfolg geblieben. Dann kam es zu Gewalt: Feuerwerkskörper und Farbbeutel flogen in Richtung der Einsatzkräfte, die Beamten wiederum setzten Pfefferspray ein. Eine Person wurde verletzt und aus der Gefahrenzone gebracht. Die Stimmung war angespannt.

Das Blockupy-Bündnis kritisierte die Blockade des Demonstrationszugs scharf: Die Polizei wolle so "gewaltsam" die "Wunschroute" der Stadt am Mainufer erzwingen, erklärte Blockupy-Sprecherin Ani Dießelmann. Das sei "skandalös". Die Route an der Europäischen Zentralbank (EZB) vorbei sei über mehrere rechtliche Instanzen genehmigt worden. Die Exekutive setze sich hier über den Rechtsstaat hinweg.

Bereits am Freitag hatten mehrere hundert Aktivisten in Frankfurt protestiert. Sie versuchten unter anderem, die Zentrale der EZB zu blockieren, die ebenfalls im Bankenviertel der Stadt liegt. Allerdings war die Notenbank weiträumig abgesperrt und wurde von der Polizei mit einem Großaufgebot geschützt.

fdi/dpa/AFP

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