Positive Wirtschaftsaussichten Firmen erwarten Konsumschub

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt hervorragend: Ökonomen hatten einen Dämpfer erwartet, doch jetzt ist der Ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge gestiegen. Besonders Einzelhändler blicken positiv in die Zukunft. Sie erwarten Lohnsteigerungen und dadurch mehr Konsum.

Kaufhaus in Dresden: Deutsche Einzelhändler freuen sich über den Boom
dapd

Kaufhaus in Dresden: Deutsche Einzelhändler freuen sich über den Boom


München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September noch einmal verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte von 106,7 Punkten auf 106,8 Punkte zu, teilte das Institut für Wirtschaftsforschung an diesem Freitag in München mit. Es ist der vierte Anstieg des Konjunkturbarometers in Folge.

"Das konjunkturelle Hoch hält an", kommentierte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die Umfrageergebnisse. Im Einzelhandel werde die Lage sogar besser eingeschätzt als je zuvor seit dem Boom nach der Deutschen Einheit. Die Unternehmer schätzten ihre Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas schlechter ein als noch im Vormonat, bewerteten ihre Geschäftslage aber erneut besser. Der deutsche Aktienmarkt drehte nach Bekanntgabe der Daten ins Plus.

Die meisten Experten hatten dagegen nach dem monatelangen Höhenflug mit einem leichten Rückgang gerechnet. Das Ifo-Geschäftsklima ist das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft . Es basiert auf einer monatlichen Umfrage bei rund 7000 Unternehmen.

"Das Ifo-Barometer zeigt, dass die Geschäfte und damit auch die Gewinne noch gut laufen", sagte Commerzbank-Experte Ralph Solveen. "Das sind gute Nachrichten für die Aktienmärkte." Besonders bei den Einzelhändlern hat sich das Geschäftsklima spürbar verbessert. "Wir erwarten reale Lohnsteigerungen bei hoher Arbeitsplatzsicherheit", sagte Konjunkturexperte Klaus Abberger zu Reuters. "Das stärkt die Inlandskräfte." Der Aufschwung werde nicht mehr so stark wie bisher vom Export abhängen.

"Jetzt ist endgültig der Höhepunkt beim Geschäftsklima erreicht", sagte dagegen Philipp Jäger von der DZ Bank. Er erwarte, dass sich die Geschäftslage "bald verschlechtern dürfte. Wir erleben im zweiten Halbjahr und 2011 einen natürlichen Prozess: Das überraschend hohe Wachstumstempo vom Frühjahrsquartal geht in ein moderates Wachstum über, das dann aber nachhaltiger ist." Ein Rückfall in die Rezession sei aber nicht zu erwarten.

cte/dpa-AFX/AFP/Reuters

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endbenutzer 24.09.2010
1. Zitat aus dem Artikel:
"...Besonders Einzelhändler blicken positiv in die Zukunft. Sie erwarten Lohnsteigerungen und dadurch mehr Konsum...." Ist ja toll, dass der Einzelhandel Lohnsteigerungen erwartet. Ich kann das leider nicht...
Klo, 24.09.2010
2. Irrtümer!
Zitat von sysopDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft*bleibt hervorragend: Ökonomen hatten einen Dämpfer erwartet, doch jetzt ist der Ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge gestiegen. Besonders Einzelhändler blicken positiv in die Zukunft. Sie erwarten Lohnsteigerungen und dadurch mehr Konsum. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,719327,00.html
Es ist ein Ammenmärchen, dass der Bürger mehr Geld zum Konsum in der Tasche hat. Ich selbst verdiene brutto nicht gerade schlecht und betreibe in meiner Familie strenge Kostenkontrolle. Seit vielen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten wird jede Gehaltserhöhung komplett mehr als aufgefressen von Steuererhöhungen, steigenden Abgaben, steigenden Kassenbeiträgen, steigenden Stromkosten, steigenden Ölpreisen, steigenden Preisen bei Verbrauchsgütern und natürlich der alltäglichen Abzockerei. Wenn Sie heute mit ihren Kindern (Familie sind heute immer nur Eltern plus 2 Kinder, das Dritte zahlt inzwischen extra!!!) in ein von der Stadt privatisiertes Hallenbad gehen für 3 Stunden, dann sind sie in der Regel nicht mehr nur die inzwischen 25 Euro für den Eintritt los (vor 10 Jahren 8 Mark), sondern auch noch 2 Euro für den neuerdings dort aufgestellten Parkscheinautomat. Und damit man mehr zahlende Autos hinbekommt, hat man gleich die Fahrradständer mit beseitigt. Die Einzelhändler werden sich auf weitere Konsumrückgänge einstellen müssen, denn das Geld der Bürger wird ihnen von anderen Unternehmen abgenommen. Nicht umsonst macht allein das Stromkartell im Jahr 60 Milliarden an Reingewinn. Alles Geld, das eigentlich in den Konsum gehört. Aber hört man einen ach so "liberalen" Wirtschaftsminister, der hier einschreiten würde? Nein, denn der lebt in einer fett überfinanzierten Parallelwelt ohne jeden Bezug zum rackernden Normalmenschen.
ingrid wild 24.09.2010
3. Nur noch
Zitat von sysopDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft*bleibt hervorragend: Ökonomen hatten einen Dämpfer erwartet, doch jetzt ist der Ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge gestiegen. Besonders Einzelhändler blicken positiv in die Zukunft. Sie erwarten Lohnsteigerungen und dadurch mehr Konsum. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,719327,00.html
ein müdes Lächeln. Die Stromkosten sind gestiegen und der Preis fürs Gas. Die Beteiligung für die Grundsteuer ebenso wie nächstes Jahr die Gesundheitskosten. Danke also an die Wirtschaft und die Pharmalobby.
sedanon, 24.09.2010
4. War ja klar.
Zitat von sysopDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft*bleibt hervorragend: Ökonomen hatten einen Dämpfer erwartet, doch jetzt ist der Ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge gestiegen. Besonders Einzelhändler blicken positiv in die Zukunft. Sie erwarten Lohnsteigerungen und dadurch mehr Konsum. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,719327,00.html
Wieder mal der Sinn.
robiflyer 24.09.2010
5. Umsatz in die Tasche lügen
Von ifo etc ist sowieso nix zu halten..... das ist genauso wenn der VDI oder Bitkom vom Fachkräftemangel schwafulieren ( in Wirklichkeit 30% Ing Überschuß hierzulande...) Es ist faktisch noch keine Lohnerhöhung beim Verbraucher angekommen .... Und das ,was theoretisch kommen könnte, wird dank Rösler etc gleich weider absorbiert ..... Unsre Regierung sollte erst mal schauen , wie die faktisch 12-14 (!!) Mio Arbeitslosen in Lohn und Brot bringt. Wie , Sie meinen das ist erfundenes zahlenwerk ,weit gefehlt Rund 3,2 Mio offziell angegebene , dazu kommen weitere 3,2 die in Berwerbungsmaßnahmen etc stecken ,aber wg der Maßnahme als angeblich arbeitend eingestuft . So mdann haben iwr 6,8 Mio Hartz IV , dei faktisch auch eine Arbeit suchen .... Hinzu kommen "versteckte" wie "Unternehmer" und Zwangsverrentete .... Das mit den > 12 Mio passt also . Angesichts dessen ,daß max 50 Mio "Arbeitsfähig" ist, sind das weit über 20% effektive Arbeistlose- also weit weg von "Vollbeschäftigung"
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