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Größtes Containerschiff der Welt: Es kommt ein Schiff geladen

Foto: Peter Macdiarmid/ Getty Images

Werbung für Elbvertiefung Weltgrößtes Containerschiff läuft Hamburg an

Nächtliche Premiere in Hamburg: Erstmals hat das weltgrößte Containerschiff einen Hafen in Deutschland angelaufen. Die Ankunft des Riesenfrachters soll wohl auch Kritiker der umstrittenen Elbvertiefung beeindrucken.

Hamburg - Trotz eisiger Kälte fanden sich zahlreiche Schaulustige am Elbstrand ein: Erstmals hat das größte Containerschiff der Welt mit Hamburg einen deutschen Hafen angelaufen. In der Nacht zum Mittwoch schob sich die "CMA CGM Marco Polo" mit der Flutwelle die Elbe hinauf und erreichte gegen 3.45 Uhr das Hafengebiet.

Das Schiff ist 396 Meter lang und 54 Meter breit. Es ist damit größer als ein Flugzeugträger der US-Marine. Auf den Frachter passen 16.000 Standardcontainer (TEU). In Hamburg wird das Schiff aber nur rund 4000 Container umschlagen, also ein Viertel seines Fassungsvermögens. Denn mit mehr Fracht würde die "Marco Polo" in der zu flachen Elbe steckenbleiben.

Die Ankunft des Schiffs wird auch als Werbeaktion für die umstrittene Elbvertiefung genutzt. So hatte eine Sprecherin von Hafen Hamburg Marketing bereits bei der Ankündigung des Frachters betont, damit Schiffe dieser Größe voll beladen nach Hamburg kommen können, müsste die Elbe vertieft werden.

Auch die chinesische Großreederei China Shipping erklärte kürzlich, angesichts der immer größeren Schiffe sei es für die Wettbewerbsfähigkeit Hamburgs wichtig, wie tief das Wasser ist. Wegen der Verzögerungen bei der Elbvertiefung weiche man bereits auf andere europäische Häfen wie Rotterdam aus.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gab jüngst einem Eilantrag von Umweltschützern gegen die Elbvertiefung statt. Seitdem ist das 400 Millionen Euro teure Projekt vorerst gestoppt. Die Umweltschützer befürchten unter anderem höhere Sturmfluten. Hafenwirtschaft und Reeder sehen wegen der Entscheidung den größten deutschen Hafen auf lange Sicht von der Schiffsentwicklung abgekoppelt.

Ankunft des Schiffs war eine logistische Herausforderung

Die Ankunft der "Marco Polo" war für die Besatzung und die Lotsen eine Herausforderung. Sie hatten während der Scheitelwelle der Flut nur wenig Zeit, um den Giganten auf der Elbe zu drehen, deren Fahrrinne nur wenig breiter als das Schiff lang ist. Anschließend wurde es an einen geschützten Liegeplatz am Burchardkai bugsiert. Das Schiff passierte zunächst die Einfahrt zum Waltershofer Hafen und wurde dann rückwärts von mehreren Schleppern ins Hafenbecken gezogen.

Am Donnerstag gegen 23 Uhr soll der Frachter nach den bisherigen Planungen wieder ablegen und elbabwärts die Reise nach Asien antreten. Das Schiff wird in die Liniendienste der französischen Reederei CMA CGM zwischen Europa und Asien eingegliedert und künftig regelmäßig den Hamburger Hafen anlaufen.

Lange wird die "Marco Polo" den Titel als weltgrößtes Containerschiff nicht halten können. In Korea entstehen für die Maersk-Reederei bereits die ersten Schiffe mit einer Kapazität von 18.000 Standardcontainern, die im kommenden Jahr in Dienst gestellt werden. Reeder schließen selbst Frachter mit 20.000 Containern nicht mehr aus. Ihr Kalkül: Je größer das Schiff, umso niedriger sind die Transportkosten pro Container. Denn Kostentreiber wie Spritverbrauch oder Besatzung wachsen langsamer als die Schiffsgröße.

Die großen Frachter pendeln meist zwischen Europa und China und schaffen vor allem Konsumartikel aus Asien nach Europa. In umgekehrter Richtung gibt es deutlich weniger Fracht, etwa Maschinen, Autos und Ersatzteile.

mmq/dpa/dapd
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