Primärüberschuss Griechenland macht Plus von 2,7 Milliarden Euro

Die Regierung in Athen hat in den ersten elf Monaten des Jahres deutlich mehr eingenommen als ausgegeben. Der Primärüberschuss - ohne Berücksichtigung der enormen Zinszahlungen - lag bei 2,7 Milliarden Euro. Griechenland profitiert aber massiv vom Anleihen-Programm der EZB.
Parlament in Athen: Milliardenüberschuss - allerdings ohne Zinszahlungen

Parlament in Athen: Milliardenüberschuss - allerdings ohne Zinszahlungen

Foto: LOUISA GOULIAMAKI/ AFP

Athen - Für die Regierung in Athen läuft es in diesem Jahr wieder deutlich besser: Griechenland hat in den ersten elf Monaten des Jahres nach Angaben des Finanzministeriums mehr eingenommen als ausgegeben. Das Land habe einen sogenannten Primärüberschuss von 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, teilte der stellvertretende Finanzminister Christos Staikouras am Donnerstag in Athen mit.

Damit dürfte das Euro-Krisenland 2013 erstmals nach Jahrzehnten wieder einen Überschuss erwirtschaften, allerdings ohne die enorme Zinslast für den horrenden Schuldenberg zu berücksichtigen.

Athen profitiert in großem Maße davon, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Anleihen des Euro-Krisenlandes aufgekauft hat. 1,5 Milliarden Euro des Primärüberschusses stammen den Angaben zufolge aus dem ersten Anleihekaufprogramm der EZB.

Aus eigener Kraft erwirtschaftete Athen 1,2 Milliarden Euro, vor allem dank gestiegener Einnahmen aus dem Tourismussektor. Griechenland hat dieses Jahr einen Rekord mit mehr als 17 Millionen Besuchern verzeichnet. Zudem bezahlt Athen Experten zufolge seit Monaten nur noch die dringendsten Rechnungen. Ein echter ausgeglichener Haushalt unter Berücksichtigung des Schuldendienstes sei noch in weiter Ferne.

Die aktuelle Entwicklung macht es nach Worten von Staikouras aber immer "machbarer", Ende des Jahres einen primären Überschuss von mehr als 800 Millionen Euro zu erreichen. Athen schneidet damit besser ab als von der Geldgeber-Troika zunächst vorgesehen. Ziel des Konsolidierungsprogramms war es, dass Athen 2013 keine neuen Schulden macht.

Für das kommende Jahr sagt die Regierung ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent voraus. Die Arbeitslosigkeit soll auf 24,5 Prozent zurückgehen. Im September lag die Rate bei mehr als 27 Prozent.

nck/dpa