Private Krankenversicherer Regierung will Provisionswahn stoppen

Sie verkaufen Verträge, helfen bei Kündigungen - und vermitteln dann neu: Manche Vermittler von privaten Krankenkassen kassieren mit Tricks hohe Provisionen. Laut einer Zeitung plant die Regierung nun eine Offensive gegen die Profitgier.

Versicherungsabschluss: Vermittler kassieren doppelt
Corbis

Versicherungsabschluss: Vermittler kassieren doppelt


Berlin - Der Wettbewerb unter den privaten Krankenversicherungen ist hart: Deswegen greifen Vermittler zu Methoden, die ihnen Provisionen einbringen, ihren Kunden aber schaden, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD") in ihrer Freitagsausgabe. Demnach haben Abgeordnete der Union und FDP das Finanz- und Justizministerium angehalten, Gesetze gegen bestimmte Verkaufspraktiken zu prüfen: So soll es eine Obergrenze für Provisionen und eine längere Haftungsfrist geben.

Die "FTD" erklärt mit Berufung auf Branchenkreise, welche Methoden die Vermittler einsetzen: Erst schließen sie Verträge mit Kunden ab und kassieren dafür zwischen 2800 und 5600 Euro Provision. Ein oder zwei Jahre später überreden die Vermittler den Versicherten jedoch, den Vertrag wieder zu kündigen - nur, um den Kunden noch einmal zu vermitteln und erneut die Provision einzustreichen.

Eigentlich soll eine Haftung solche Methoden unterbinden: Wenn der Kunde vor Ablauf einer bestimmten Frist seinen Vertrag kündigt, muss der Vermittler seine Provision zurückzahlen. Allerdings liegt diese Haftungsfrist oft nur bei ein oder zwei Jahren und bewirkt damit wenig. Und genau das will die Bundesregierung jetzt ändern: Laut "FTD" soll die Haftungsfrist auf fünf Jahre aufgestockt werden.

sdm



insgesamt 17 Beiträge
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Bala Clava 15.04.2011
1. Hier werden Sie vertreten
Nie einem Vertreter glauben. Egal ob Staubsauger-, Versicherungs- oder Volks-...
Crom 15.04.2011
2. ...
Solang der Tarif günstig ist, ist mir die Provision egal. Hierbei ist es wichtig, sich an einen Makler, nicht an einen Vertreter oder Mehrfachagenten zu wenden. Makler müssen im Sinne des Versicherungsnehmers tätig sein.
zzipfel 15.04.2011
3. Mal wieder ein Forum der unverbesserlichen Demokratie-Gegner ?
Zitat von Bala ClavaNie einem Vertreter glauben. Egal ob Staubsauger-, Versicherungs- oder Volks-...
Aus den zwei deutschen (national-)sozialistischen Unrechtsregimen nix gelernt? Unsere Volksvertreter sind aus ordentlichen Wahlen hervorgegangen; es steht Ihnen frei sich selber wählen zu lassen.
weltbetrachter 15.04.2011
4. hinter dem Rücken der Versicherten
Letztlich zahlt der Versicherte die Provisionen seiner Vermittler auch noch über die Bestandteile seiner Prämien. Es müßten die Provisionen offen gelegt werden, um diesen Unfug zu beenden.
Burkhardt1949, 15.04.2011
5. Höchste Zeit
Zitat von sysopSie verkaufen Verträge,*helfen bei Kündigungen -*und vermitteln dann neu: Manche Vermittler von privaten Krankenkassen*kassieren*mit*Tricks hohe*Provisionen.*Laut einer Zeitung plant*die Regierung nun eine Offensive gegen die Profitgier. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757241,00.html
Höchste Zeit, dass die Regierung gegen diese Vermittler was unternimmt. Diese Vermittler treiben die Kosten der Krankenversicherung in die Höhe, denn die wahnsinnig hohen Provisionen werden auf die Versicherten umgelegt.
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