Bundessozialministerium Wechsel in die private Krankenversicherung wird schwerer

Wer ab 2016 in die private Krankenkasse wechseln will, muss nach SPIEGEL-Informationen deutlich mehr verdienen als bislang: Die Entgeltgrenze steigt um 1350 Euro.

Karte einer privaten Krankenversicherung (Archivbild): Neue Entgeltgrenze
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Karte einer privaten Krankenversicherung (Archivbild): Neue Entgeltgrenze


Für Gutverdiener wird es künftig schwerer, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Heute ist dafür ein Bruttoeinkommen von mindestens 54.900 Euro pro Jahr erforderlich. Im kommenden Jahr wird diese jährliche Entgeltgrenze auf 56.250 Euro brutto steigen - umgerechnet also 4687,50 Euro im Monat. Das geht aus dem Entwurf einer neuen Verordnung des Bundessozialministeriums hervor. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Außerdem müssen gesetzlich Versicherte mit höherem Einkommen für ihre Krankenkasse bald tiefer in die Tasche greifen. Die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze wird 2016 von derzeit 49.500 auf dann 50.850 Euro jährlich (monatlich: 4237,50 Euro) angehoben. Sie legt fest, bis zu welcher Einkommenshöhe die prozentualen Kassenbeiträge abgeführt werden müssen. Auf den Einkommensteil, der darüber liegt, werden keine Sozialabgaben fällig.

Diese Grenze wird alljährlich neu berechnet. Kabinett und Bundesrat müssen den Plänen noch zustimmen.

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Seite 1
cvdheyden 11.09.2015
1. Schweiz
Warum nicht so wie in der Schweiz: JEDER zahl in die Gesetzliche. Wer dann noch Extrawürste braucht kann ja ne Zusatzversicherung abschließen. Immer dieses Deutsche Geeiere.
yvowald@freenet.de 11.09.2015
2. Bürgerinnen- und Bürgerversicherung
Zitat von cvdheydenWarum nicht so wie in der Schweiz: JEDER zahl in die Gesetzliche. Wer dann noch Extrawürste braucht kann ja ne Zusatzversicherung abschließen. Immer dieses Deutsche Geeiere.
Ganz einfach! Weil die Lobby der Privatversicherer (Private Krankenversicherungen) über eine enorme politische Macht verfügt und die von SPD und GRÜNEN geplante "Bürgerinnen- und Bürgerversicherung" bisher verhindern konnte. Natürlich wäre es gerecht und richtig, wenn - wie beispielsweise in der Schweiz - alle dort lebenden und arbeitenden Menschen in eine Nationalversicherung einzahlen, und zwar von Einkünften aus allen Einkunftsarten. Bei diesem schweizer Modell könnten die Kassenbeiträge in Deutschland von jetzt 14,9 Prozentpunkten auf vielleicht 8 oder 9 Prozent verringert werden. Diese Allgemeinversicherung käme insbesondere den unteren und mittleren Einkommen entgegen, während die Groß- und Spitzenverdiener endlich auch in die bestehende Solidargemeinschaft aufgenommen würden und naturgemäß höhere und hohe Summen zum gesetzlichen Krankenkassensystem beisteuern müssten. Ein Klein- oder Mittlelverdiener (Einkünfte bis zur Bemessungsgrenze zahlt an seine Krankenkasse 14,9 Prozent seines Einkommens. Jemand der eine Million EURO jährlich erhält, zahlt ein Minimum seines Einkommens an eine private Krankenversicherung und belächelt die gesetzlich Versicherten und deren hohe Beitragsbelastungen. Dies sollte endlich anders werden: durch eine allgemeine Bürgerinnen- und Bürgerversicherung.
Niederbayer 11.09.2015
3.
Zitat von cvdheydenWarum nicht so wie in der Schweiz: JEDER zahl in die Gesetzliche. Wer dann noch Extrawürste braucht kann ja ne Zusatzversicherung abschließen. Immer dieses Deutsche Geeiere.
Ich wäre da eher für die Kopfpauschale. Warum soll ein Topverdiener mehr bezahlen als ein Geringverdiener, obwohl er keine höheren Kosten verursacht. Das ist diskriminierung. Haftplichtversicherungen oder anderen richten sich ja auch nicht nach dem Einkommen.
Sibylle1969 11.09.2015
4. Deutliche Ersparnis
Ich bin privat versichert und spare jeden Monat im Vergleich zu einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung rund 134 €, mein Arbeitgeber noch mal die gleiche Summe. Macht im Jahr je rund 1500€ für mich und meinen Arbeitgeber. Ich betrachte die Ersparnis als Altersrückstellung für die Zeit, wenn im Alter meine PKV-Beiträge steigen. In der Gesetzlichen müsste ich im Rentenalter auch ganz schön blechen, denn ich habe gelesen, dass auch Mieteinnahmen und Kapitalerträge für die Berechnung des GKV-Beitrags herangezogen werden.
soisses1 11.09.2015
5. Also,
in der Schweiz gibt es keine Nationalversicherung!!! Dafür jede Menge an privaten Anbietern, die nett untereinander in Konkurrenz stehen. Jedem Versicherten steht es dabei frei, seine Krankenkasse jährlich zu wechseln. Im Gegensatz zu Deutschland bezahlt der Arbeitnehmer die Kassenbeiträge zu 100%, also keine Kostenteilung mit dem Arbeitgeber und Zahnarztkosten sind für gewöhnlich nicht mitversichert!
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