Privatisierung in Italien Hafen von Capri steht zum Verkauf

Italien verkauft fünf touristische Häfen - darunter den der Insel Capri. Gebote für die Marina auf der beliebten Touristeninsel nimmt die Regierung in Rom noch bis Ende August entgegen.

Corbis

Neben Capri stehen noch vier weitere touristische Häfen auf der Verkaufsliste des italienischen Staates: Portisco auf Sardinien, Arechi südlich von Neapel, Triest und Roccella Jonica in Kalabrien. Der Wert aller Marinas werde auf mindestens 50 Millionen Euro geschätzt, berichtete die italienische Zeitung "Il Corriere della Sera".

In Italien hat bereits begonnen, was Griechenland noch bevorsteht - der Verkauf von Staatsbesitz, um die klammen Regierungskassen zu füllen. Italiens Regierungschef Matteo Renzi hatte bei seinem Amtsantritt im Februar 2014 angekündigt, zahlreiche staatliche Unternehmen privatisieren zu wollen. Er will so zehn Milliarden Euro einnehmen. Im vergangenen Jahr hatte der Staat bereits einen Teil der staatlichen Werft Fincantieri und des Telekommunikationskonzerns Rai Way an die Börse gebracht. Auch Kulturgüter bot die Regierung feil. Jetzt stehen die Häfen zum Verkauf.

Am Hafen von Capri mit seinen 300 Anlegestellen hält die gleichnamige Kommune 51 Prozent der Anteile. Sie wäre ein potenzieller Käufer für die restlichen Anteile. Die Marina von Portisco an der schicken Costa Smeralda könnte dagegen an einen privaten Unternehmer gehen. Gebote können noch bis Ende August abgegeben werden. Die italienische Regierung hatte die Frist bereits einmal verlängert.

Insgesamt verfügt Italien über mehr als 85.000 Liegeplätze, 57 neue Häfen mit 22.650 Anlegestellen befinden sich im Bau. Der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore" zufolge sind die Liegeplätze an den touristischen Häfen allerdings nur zur Hälfte ausgelastet.

kop/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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"Armenhaus" 20.08.2015
1. Verkauf von Kultür
Was man für den edlen €uro so alles macht ..- Nun ja mit Kultürgütern handeln macht ja auch der IS ..- Für Capri biete ich aber max. symbolisch ein €uro! (€ 1.-!)
Knossos 20.08.2015
2. Es tut in der Seele weh, sich das anzuschauen
Erst räumt der internationale Geldadel und seine Entourage (nach dem unter Kohl-Ära und Treuhand-Coup vorexerzierten Beispiel uneingeschränkter Möglichkeiten) die Staatskassen und staatlichen Unternehmen ab; und nachdem sie sich an darüber gehebelten Gewinnen so gerunded haben, daß sie längst nicht mehr wissen, wohin mit all den Werten, dürfen sie sich nun auch die öffentliche Infratstruktur gegen einen Apfel und ein Ei abholen. Und die Menschen bleiben mit bis zur Erbärmlichkeit geplünderten Staaten und Kommunene zurück, als zahlungspflichtige Gäste im eigenen Land. Gestern die Versorgung, heute die Versorgungswege; morgen darfst du dir das Trinkwasser flaschenweise kaufen und übermorgen die Luft zum Atmen. Und nichts für ungut. Was heute als Demokratie verstanden wird, ist offenbar das Recht exklusiver Minderheiten, sich ohne Einhalt und Rechenschaft am großen ergebenen Rest und dessen Geschick zu vergüten.
ein-berliner 20.08.2015
3. Wer hat noch nicht?
Aber dabei nicht vergessen, immer nur über die Mafia. . - Die HHLA kann mit einem Euro bestimmt groß einsteigen. - Warum nicht auch die AIDA Cruises als Untermieter von Costa?
sachse78 20.08.2015
4. Knossos
Vollste Zustimmung. Warum spürt eigentlich kaum jemand diese Entwicklung? Diese Privatisierungen sind zu stoppen. Es ist Eigentum des Volkes.
ichsagemal 20.08.2015
5.
...die Dummheit greift um sich. Jeder, der jemals Monoply gespielt hat, kennt den wahren Wert von realen Gütern. Andere sind noch den bunt bedruckten Papierschnipsel hörig.
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