Pro Jahr Deutsche werfen 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weg

Hunger in Afrika, Verschwendung in Europa: Allein die Bundesbürger entsorgen jährlich 20 Millionen Tonnen Lebensmittel. Die Welthungerhilfe fordert dazu auf, wieder bewusster mit Nahrung umzugehen.
Lebensmittelregal: In reichen Ländern gibt es Essen im Überfluss

Lebensmittelregal: In reichen Ländern gibt es Essen im Überfluss

Foto: AP

Hamburg - Weltweit hungern rund eine Milliarde Menschen. Die meisten von ihnen leben in Afrika. Reiche Länder hingegen verschwenden Nahrung in großem Ausmaß. Anlässlich des Welternährungstags am Freitag prangert die Welthungerhilfe diesen Missstand an. Die Organisation kritisiert auch die Bundesrepublik: Jedes Jahr würden reiche Länder wie Deutschland 20 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll werfen.

Während hier mit Essen geprasst werde, würden Entwicklungsländer von einem ganz anderen Problem geplagt. Dort verderbe die Hälfte aller Lebensmittel auf dem Weg vom Acker auf den Teller - wegen schlechter Lagerhaltung, mangelnder Transportwege und fehlender Vermarktungsmöglichkeiten.

Die Welthungerhilfe nennt es einen Skandal, dass eine Milliarde Menschen Hunger leiden, obwohl genug Lebensmittel produziert werden, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. Die Organisation fordert deshalb Menschen in wohlhabenden Staaten auf, Lebensmittel wieder wertzuschätzen und bewusster mit ihnen umzugehen.

Die Ursachen für Hunger in Afrika sind für Experten vor allem Konflikte, schlechte Regierungsführung und hohe Aids-Raten. In Südasien sei der niedrige Sozialstatus von Frauen und Mädchen ein Schlüsselproblem. Sie bekämen zum Beispiel erst etwas zu essen, wenn der Rest der Familie satt sei. Auch Bildung wird ihnen in ländlichen Regionen kaum zugestanden. Ein Land habe weitaus bessere Entwicklungschancen, wenn die Rechte von Frauen gestärkt würden.

kar/dpa
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