IWF-Bericht Bestechung grassiert - fast zwei Billionen Dollar Schmiergeld

Das Geschäft mit der Bestechung läuft wie geschmiert: Auf bis zu zwei Billionen Dollar schätzt der IWF die Korruptionszahlungen. Das entspricht zwei Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.
Bestechung mit einem 500-Euro-Schein

Bestechung mit einem 500-Euro-Schein

Foto: Peter Steffen/ picture alliance / dpa

Die Höhe der weltweit gezahlten Bestechungsgelder beläuft sich nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) jährlich auf anderthalb bis zwei Billionen US-Dollar. Darauf hat IWF-Chefin Christine Lagarde vor einem internationalen Korruptionsgipfel in London hingewiesen. Die Summe entspricht zwei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Bestechung sei aber nur ein kleiner Teil aller möglichen Formen von Korruption, schrieb Lagarde. Die negativen Effekte der Korruption sind ihrem Bericht zufolge vielfältig. Sie befördere die Steuerflucht und schwäche somit die Handlungsfähigkeit von Staaten, da Steuereinnahmen fehlten. Die Korruption trage auch zu sozialen Ungleichheiten bei und schrecke Investoren ab.

Die Unternehmen suchten sich Länder aus, "wo sie sicher sein können, dass sie nach einer einmal getätigten Investition nicht erpresst werden, Bestechungsgelder zu zahlen", betonte Lagarde. Auch die sozialen und ökologischen Kosten der Korruption könnten beträchtlich sein, warnt der Währungsfonds in seinem Bericht. Die Betrügereien bewirkten, dass es an Geld für soziale Programme fehle. Als Folge von Korruption würden Regeln zum Schutz der Umwelt nicht so scharf gefasst, wie sie sein sollten, und unzureichend umgesetzt.

Bei dem Gipfel soll nach dem Willen des britischen Premierministers David Cameron eine internationale Erklärung unterzeichnet werden. Sie soll die Teilnehmerstaaten zur Zusammenarbeit verpflichten und anerkennen, dass Korruption die Bemühungen im Kampf gegen Armut wie auch gegen den Terrorismus untergräbt. An dem Gipfel nehmen Vertreter aus rund 40 Staaten teil. Deutschland wird durch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vertreten.

Das Treffen findet nur rund einen Monat nach der Veröffentlichung der "Panama Papers" statt. Dadurch war enthüllt worden, wie die in dem zentralamerikanischen Land angesiedelte Kanzlei Mossack Fonseca Spitzenpolitikern, Sportstars und anderen Prominenten dabei half, Steuern zu vermeiden. Auch Cameron geriet wegen einer Beteiligung an der Briefkastenfirma seines Vaters unter Druck.

msc/dpa/AFP
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