Prognose Aufschwung bleibt trotz Euro-Krise stabil

Starker Export, stabile Investitionen: Das Institut der deutschen Wirtschaft geht von einer kräftigeren konjunkturellen Erholung für das laufende Jahr aus als bisher. Ausgerechnet der schwache Euro soll die Belebung begünstigen.

Volkswagen-Werk in Wolfsburg: Starker Export treibt Konjunktur voran
AP

Volkswagen-Werk in Wolfsburg: Starker Export treibt Konjunktur voran


Berlin - Die deutsche Wirtschaft erholt sich offenbar besser als gedacht - und das trotz der Schuldenkrise in Europa. So hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr angehoben - von bislang 1,5 Prozent auf nun 1,75 Prozent.

Damit ist das IW optimistischer als die Bundesregierung, die in diesem Jahr von einem Wachstum in Höhe von 1,4 Prozent ausgeht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet sogar ein noch deutlicheres Plus von rund 2,3 Prozent.

"Die deutsche Wirtschaft hat die Rezession des vergangenen Jahres überwunden und profitiert ungeachtet der Turbulenzen in der Europäischen Währungsunion vom Aufschwung in vielen Regionen der Welt", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Die Konjunktur bleibe auf einem anhaltenden Erholungskurs. "Für 2011 ist sogar ein Plus von gut 2,0 Prozent zu erwarten."

Gut dazu passen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Instituts, an der laut IW mehr als 2000 Unternehmen in West- und Ostdeutschland teilgenommen haben. Danach gehen 47 Prozent der Firmen für 2010 von einer höheren Produktion aus als 2009, nur 18 Prozent rechnen mit einem Rückgang.

Eine Entlassungswelle schließen die Kölner Forscher aus

Stärkste Kraft des Aufschwungs sei der Export. 36 Prozent der Unternehmen erwarteten für dieses Jahr steigende Ausfuhren, und nur noch knapp 14 Prozent erwarteten ein schlechteres Auslandsgeschäft. Hüther verwies darauf, dass der Euro zuletzt wieder gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren habe. "Diese Entwicklung begünstigt tendenziell die deutsche Ausfuhrtätigkeit."

Verhaltener sei dagegen die Entwicklung bei den Investitionen, bei denen sich vor allem die immer noch unterausgelasteten Kapazitäten bemerkbar machten. Demzufolge planten zwar gut 28 Prozent der befragten Firmen in diesem Jahr höhere Investitionsausgaben als 2009. Mit 26 Prozent gingen allerdings fast ebenso viele von einem geringeren Budget aus.

Auch für den Jobmarkt gibt das IW Entwarnung: Eine Entlassungswelle stehe nicht bevor. Zwar plane jedes fünfte Unternehmen, Stellen zu streichen. Genau so viele beabsichtigten aber, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen.

yes/Reuters/dpa/ddp



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