Prognose der Wirtschaftsweisen Wachstum in Deutschland fällt dieses Jahr schwächer aus

Lieferengpässe und hohe Energiepreise machen den Unternehmen zu schaffen. Die Wirtschaftsweisen senken ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr – machen aber Hoffnung für 2022.
Produktion von Volkswagen

Produktion von Volkswagen

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Die Wirtschaftsweisen senken ihre Konjunkturprognose für Deutschland für 2021 auf 2,7 Prozent. Das berichten das »Handelsblatt« und die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« unter Berufung auf die Prognose des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. In ihrem vergangenen Gutachten im März hatten die Wirtschaftsweisen noch mit einem Wachstum von 3,1 Prozent gerechnet. Grund für die Revision dürften die Lieferengpässe sowie die stark angestiegenen Energiepreise sein.

Im vergangenen Jahr war die Wirtschaftsleistung Deutschlands um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Hoffnung machen die Experten für 2022. Dann erwarten die Weisen den Berichten zufolge ein Plus von 4,6 Prozent.

Für das Preisniveau rechnen sie mit einer Steigerung von 3,1 Prozent in diesem Jahr. Danach soll eine Normalisierung einsetzen. Für 2022 gehe der Rat noch von einer Inflationsrate von 2,6 Prozent aus.

Für den Arbeitsmarkt rechnen die Experten laut »FAZ«-Bericht für das laufende Jahr nur mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl auf durchschnittlich 2,633 Millionen, im kommenden Jahr wird dann ein stärkerer Rückgang auf 2,367 Millionen erwartet.

Am Mittwoch stellen die Wirtschaftsweisen ihr Jahresgutachten offiziell vor.

Auch Ifo-Experten revidierten ihre Prognose

Das Münchner Ifo-Institut hatte im September ebenfalls vorausgesagt, dass Deutschlands Wirtschaft langsamer aus der Coronakrise kommt als gedacht: Laut der Ifo-Prognose dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nur um 2,5 Prozent zulegen – das sind 0,8 Prozentpunkte weniger als in der vorherigen Schätzung der Münchner Forscher.

Die Europäische Zentralbank sieht den anhaltenden Materialmangel als größtes Risiko für den Aufschwung. »Falls Materialengpässe und erhöhte Energiepreise länger anhalten sollten, könnten sie die Konjunkturerholung verlangsamen«, sagte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane am Montag auf einer Geldmarktkonferenz. Derzeit läuft die Wirtschaft im Euroraum jedoch noch weitgehend rund. Laut Eurogruppenchef Paschal Donohoe verstärkt sich die konjunkturelle Erholung sogar. Im nächsten Jahr werde sie dann noch kräftiger ausfallen. Dann könnten viele Länder wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

mmq/Reuters/dpa
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