Prognose für 2012 IWF warnt vor Rezession in Euro-Zone

Der Weltwirtschaft steht wegen der Schuldenkrise eine deutliche Abkühlung bevor: Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das Wachstum im laufenden Jahr drastisch gesenkt. Der Euro-Zone droht demnach eine Rezession, Deutschland schafft immerhin ein Mini-Plus.

Containerterminal im Hamburger Hafen: Auch der IWF sieht Euro-Zone vor Rezession
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Containerterminal im Hamburger Hafen: Auch der IWF sieht Euro-Zone vor Rezession


Washington - Die Schuldenkrise in Europa bremst das weltweite Wirtschaftswachstum: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognose für das Jahr 2012 kräftig nach unten korrigiert. Besonders düster sieht es in der Euro-Zone aus. Für den Währungsraum sagt der Fonds ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,5 Prozent voraus. Für Deutschland erwartet der IWF noch ein kleines Plus von 0,3 Prozent. Damit senkt der IWF seine bisher jüngste Prognose für Deutschland aus dem vergangenen September um einen Prozentpunkt.

Grund für die trüben Aussichten ist die Verschärfung der Euro-Krise im letzten Quartal 2011. In diesem Zeitraum sei sie "in eine gefährliche neue Phase getreten", befindet der IWF. Daher werde auch die globale Wirtschaft nicht um vier Prozent wachsen, wie im September prognostiziert, sondern lediglich um 3,3 Prozent. Die Schwellen- und Entwicklungsländer müssen dem IWF zufolge ebenfalls mit einem schwächeren Wachstum von 5,4 Prozent rechnen.

Damit sieht der IWF die Lage immer noch positiver als die Weltbank. Sie hatte in der vergangenen Woche ihren Wirtschaftsausblick vorgelegt, in dem sie von einem Wachstum der Weltwirtschaft von nur noch 2,5 Prozent ausgeht. Aber auch die Weltbank hatte die miese Lage in der Euro-Zone als Hauptgrund für die schwächelnde globale Wirtschaft genannt.

IWF erteilt der Euro-Zone Ratschläge

Der IWF verband den trüben Ausblick denn auch mit einer Reihe von Ratschlägen an die Euro-Zone. Die Länder des Währungsraums sollten Wachstum fördern, aber zugleich ihre Staatsfinanzen in Ordnung bringen. Es sei zudem wichtig, dass die Mittel der Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM ausreichend seien. Dafür sollten sie aufgestockt werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll nach dem Willen des IWF weiterhin die geldpolitischen Zügel lockerlassen, da noch mehr Liquidität benötigt werde. Zudem solle die EZB nach wie vor "voll engagiert" Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Italien oder Spanien kaufen.

Bereits am Montag hatte IWF-Chefin Christine Lagarde unter anderem bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine deutliche Ausweitung der Euro-Rettungsschirme plädiert. Außerdem drängt Lagarde darauf, dass Länder mit finanziellen Spielräumen wie Deutschland ihre Ausgaben nicht zu stark einschränken sollen, um die Nachfrage nicht noch weiter zu schwächen.

Die Banken in der Euro-Zone sollten nach dem Willen des IWF erneut Kapitalspritzen erhalten - auch aus öffentlichen Quellen. Die Geldinstitute sollten zudem ihren Schuldenabbau nicht "übermäßig schnell" vorantreiben, sonst drohe eine "verheerende Kreditklemme".

fdi/Reuters/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
wwwwebman 24.01.2012
1. Danke!
"Der IWF verband den trüben Ausblick denn auch mit einer Reihe von Ratschlägen an die Euro-Zone. Die Länder des Währungsraums sollten Wachstum fördern, aber zugleich ihre Staatsfinanzen in Ordnung bringen. Es sei zudem wichtig, dass die Mittel der Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM ausreichend seien. Dafür sollten sie aufgestockt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) soll nach dem Willen des IWF weiterhin die geldpolitischen Zügel lockerlassen, da noch mehr Liquidität benötigt werde. Zudem solle die EZB nach wie vor "voll engagiert" Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Italien oder Spanien kaufen." wer solche "freunde" hat ...
so sieht das aus 24.01.2012
2. alles oder nichts
Zitat von sysopDer Weltwirtschaft steht wegen der Schuldenkrise eine deutliche Abkühlung bevor: Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das Wachstum im laufenden Jahr drastisch gesenkt. Der Euro-Zone droht demnach eine Rezession, Deutschland schafft immerhin ein Mini-Plus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,811171,00.html
Ich denke es gibt nur 2 Moeglichkeiten, entweder wir muessen die gesamte Krise mit frischen Krediten (EZB, IWF, etc) komplett herauskaufen, oder wir muessen praktisch im ganzen Weltwirtschaftssystem die Schuldenzaehler komplett neu auf null stellen. - Beides sind harte Massnahmen, beides hat gehoerige Vor- und vor allem Nachteile. Und bei letzterem hat nicht nur Europa ein Mitspracherecht, sondern die gesamte Welt mit seinen Schulden-Saldi. Wie auch immer die Entscheidung lautet, danach muss man sehen wie eine Waehrungsunion, sofern es dann noch eine gibt, korrigiert werden kann. - Der Fakt dass ineffiziente Laender in einer Waehrungsunion ihr Geld nicht mehr abwerten koennen ist ein grosses systemisches Problem. Das heisst es gibt fuer solche Laender keine automatische Stellschraube mehr um ihre Ineffizienz am Markt einzupreisen, und neue Investoren anzulocken. Das Problem muss behoben werden. Und meiner Meinung kann es dazu auch nur zwei Loesungen geben : Wie oben, entweder man man loest so ein Waehrungunion komplett fuer alle auf, was ein ausgesprochener Wahnsinn waere; oder man schafft einen voellig integrierten Wirtschaftbinnenraum, mit gleichen Regeln, Steuern, Sozialleistungen, Eurobonds UND Ausgleichszahlungen!! - wie das z.B. heute innerhalb der Bundesrepublik oder in den USA der Fall ist. Anders wird es im Grunde nicht gehen. Auch wenn es politisch weh tut, und auch wenn hier wir Deutschen unseren Geldsaeckel aufmachen muessen. Aber anders wird es einfach nicht gehen. Ansonsten wird es immer Laender geben, die irgendwann in so einer Union bankrott gehen. Und das hat eben nur vordergruendich mit beispielsweiser ausufernden Staatsbudgets und niedrigen Renteneinstiegsaltern zu tun.
bmehrens 24.01.2012
3. Frau Lagarde...
Zitat von sysopDer Weltwirtschaft steht wegen der Schuldenkrise eine deutliche Abkühlung bevor: Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für das Wachstum im laufenden Jahr drastisch gesenkt. Der Euro-Zone droht demnach eine Rezession, Deutschland schafft immerhin ein Mini-Plus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,811171,00.html
"sieht" im Auftrage Sarkozys und der Brüsseler Mafia ein Mini-Plus AUSSCHLIESSLICH für Deutschland. Und warum wohl? Wir sollen ZAHLEN!
bettercentury.blogspot 24.01.2012
4. VORFAHRT für Wachstum!
oder vielleicht doch nicht? wie soll in einer endlichen welt eigentlich unendliches wachstum generiert werden? warum denken politiker nicht einmal darüber nach, WARUM wir wachstum brauchen? vielleicht weil die antwort wäre, dass unser gesamtes wirtschafts- und finanzsystem nicht funktioniert? wie wäre es, wenn wir zur abwechslung mal probieren würden, mit 2% minuswachstum klar zu kommen? dann aber könnten die zinsen, die wegen unserer art der geldschöpfung nicht geschaffen werden und TROTZDEM gezahlt werden müssen, nicht an die banken gezahlt werden. warum das ganze nicht funktioniert, steht ausführlicher hier: pnbc: geldschöpfung - ein unvollkommer prozess (http://bettercentury.blogspot.com/2011/12/geldschopfung-ein-unvollkommer-prozess.html) ich wünsche einen entspannten abend!
bmehrens 25.01.2012
5. Warum Wachstum
Zitat von bettercentury.blogspotoder vielleicht doch nicht? wie soll in einer endlichen welt eigentlich unendliches wachstum generiert werden? warum denken politiker nicht einmal darüber nach, WARUM wir wachstum brauchen? vielleicht weil die antwort wäre, dass unser gesamtes wirtschafts- und finanzsystem nicht funktioniert? wie wäre es, wenn wir zur abwechslung mal probieren würden, mit 2% minuswachstum klar zu kommen? dann aber könnten die zinsen, die wegen unserer art der geldschöpfung nicht geschaffen werden und TROTZDEM gezahlt werden müssen, nicht an die banken gezahlt werden. warum das ganze nicht funktioniert, steht ausführlicher hier: pnbc: geldschöpfung - ein unvollkommer prozess (http://bettercentury.blogspot.com/2011/12/geldschopfung-ein-unvollkommer-prozess.html) ich wünsche einen entspannten abend!
[QUOTE=bettercentury.blogspot;9506754]oder vielleicht doch nicht? wie soll in einer endlichen welt eigentlich unendliches wachstum generiert werden? warum denken politiker nicht einmal darüber nach, WARUM wir wachstum brauchen? vielleicht weil die antwort wäre, dass unser gesamtes wirtschafts- und finanzsystem nicht funktioniert? wie wäre es, wenn wir zur abwechslung mal probieren würden, mit 2% minuswachstum klar zu kommen? dann aber könnten die zinsen, die wegen unserer art der geldschöpfung nicht geschaffen werden und TROTZDEM gezahlt werden müssen, nicht an die banken gezahlt werden. warum das ganze nicht funktioniert, steht ausführlicher hier: pnbc: geldschöpfung - ein unvollkommer prozess (http://bettercentury.blogspot.com/2011/12/geldschopfung-ein-unvollkommer-prozess.html) ..Die Weltbevölkerung wächst leider, dass erzeugt Nachfrage nicht nur bei Lebensmitteln, Kleidung, Infrastruktur, Schulen usw, usw. Informieren SIE bitte auch die Inder und Schwarzafrika.
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