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Protest gegen Sparkurs: Demonstranten besetzen Finanzministerium

Foto: © John Kolesidis / Reuters/ REUTERS - John Kolesidis

Proteste gegen Sparkurs Demonstranten besetzen griechisches Finanzministerium

Massive Proteste in Athen gegen den Sparkurs der Regierung: Demonstranten blockieren das Finanzministerium. Die Kreditgeber von EU und IWF stellen am Freitag ihren Bericht vor, in dem sie die Sanierungspläne Griechenlands bewerten.

Athen - In der griechischen Hauptstadt protestieren Demonstranten gegen den Sparkurs der Regierung: Sie blockierten das Finanzministerium in Athen und brachten an dem Gebäude ein riesiges Transparent an, mit dem zum Generalstreik aufgerufen wird. Das Banner bedeckt fünf Etagen des Gebäudes. Ob die Demonstranten in das ganze Gebäude eingedrungen sind, ist unklar. Sicher ist nur: Rund 100 Mitglieder der Gewerkschaft PAME blockieren den Ministeriumseingang.

Bereits seit Tagen werden Politiker der Regierung auf Veranstaltungen attackiert. Am Donnerstagabend kam es in der Athener Vorstadt Argyroupolis zu Tumulten. Rund 200 sogenannte "Empörte Bürger" warfen Steine und Eier in die Richtung des griechischen Regierungssprechers Giorgos Petalotis. Petalotis hielt dort eine Rede zur Finanzlage Griechenlands. Verletzt wurde niemand, wie das Staatsfernsehen (NET) am Freitag berichtete.

Es gibt auch friedliche Proteste: Am Donnerstag versammelten sich Tausende Menschen vor dem Parlamentsgebäude in Athen, um gegen Korruption und Sparmaßnahmen zu protestieren. Ihre Wut richtet sich gegen die Regierung und die Sparauflagen von Internationalem Währungsfonds (IWF), EU und Europäischer Zentralbank (EZB).

Die drei Institutionen wollen am Freitag ihren Prüfbericht vorstellen. Für den Schuldenstaat hängt von dem Ergebnis die Auszahlung der nächsten Kreditrate aus dem laufenden Rettungsprogramm ab - in Höhe von zwölf Milliarden Euro. Athen benötigt das Geld dringend, sonst droht eine Staatspleite.

Krisentreffen in Luxemburg

Wie bereits vorher durchsickerte, soll der Bericht Griechenland bescheinigen, etliche Versprechen nicht erfüllt zu haben. An die Erfüllung der Vorgaben indes ist das aktuelle Hilfeprogramm über 110 Milliarden Euro gekoppelt. Ob dieses Programm daher fortgeführt werden kann oder ein neues aufgesetzt wird, blieb zunächst noch offen.

Bei einem Krisentreffen beraten Griechenlands Ministerpräsident Georgios Papandreou und der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, am Nachmittag in Luxemburg über Details. Laut griechischen Medien wird Papandreou Juncker versichern, dass Athen entschlossen ist, alle nötigen Sparmaßnahmen in die Tat umzusetzen.

Zudem zeichnet sich bereits ab, dass es ein weiteres Hilfspaket geben könnte - in Höhe von 65 Milliarden Euro und für die Jahre 2012 und 2013. Dies droht notwendig zu werden, da es unwahrscheinlich ist, dass Griechenland sich wie geplant bereits im kommenden Jahr wieder teilweise an den Finanzmärkten Geld besorgen kann.

cte/dpa/dapd/Reuters
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