Rabatte vorenthalten US-Regierung fühlt sich von Oracle geprellt

Oracle-Chef Larry Ellison gilt nicht eben als zartbesaitet, wenn es ums Geschäft geht. Im Verhältnis zur US-Regierung hat er den Bogen offensichtlich überspannt. Das Justizministerium wirft ihm vor, dem Staat Rabatte vorenthalten zu haben, die andere Kunden gewährt bekamen.
Oracle-Chef Ellison: Schuldspruch wäre ein Tiefschlag

Oracle-Chef Ellison: Schuldspruch wäre ein Tiefschlag

Foto: Justin Sullivan/ Getty Images

New York - Es gibt eine einfache Regel im Beschaffungswesen der US-Regierung, an die sich alle Lieferanten halten müssen. Danach darf ein Unternehmen von der Regierung nicht mehr Geld verlangen als von seinen Kunden aus der Privatwirtschaft.

Gegen diesen Grundsatz aber hat Oracle   eklatant verstoßen. Die US-Regierung sieht sich von dem Software-Konzern sogar regelrecht übers Ohr gehauen. In einer Klage wirft das Justizministerium dem Unternehmen vor, Rabatte verschwiegen zu haben, die es seinen bevorzugten Geschäftskunden gewährte. Damit sei der Steuerzahler geschädigt worden, lautet der Vorwurf. Dem Vernehmen nach geht es dabei um mehrere zehn Millionen Dollar.

Der Kläger kennt die Interna bei Oracle recht gut, denn er hatte dort einst gearbeitet. Er hatte bereits im Mai 2007 im Namen der US-Regierung Klage eingereicht. Das Justizministerium schloss sich der Klage im April an. Nun wurde die Schrift veröffentlicht.

Ganz uneigennützig handelt der Ex-Oracle-Mitarbeiter allerdings nicht. Denn im Erfolgsfall winkt ihm einen Teil des Schadenersatzes.

Für Oracle wäre ein Schuldspruch ein Tiefschlag. Der kalifornische Konzern ist der schärfste Rivale der deutschen SAP  . Die beiden Unternehmen liefern sich im Markt der Unternehmens-Software einen erbitterten Kampf. Erklärtes Ziel von Oracle-Chef Larry Ellison ist es, Marktführer SAP vom Thron zu stoßen. Dazu kauft er seit Jahren im großen Stil zu.

mik/dpa-AFX
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.