Tabaksteuer Raucher stützen deutschen Haushalt

6,5 Milliarden Euro haben die Deutschen von April bis Juni für Tabak ausgegeben. Damit nahm der Staat rund vier Prozent mehr Steuern ein als im gleichen Zeitraum 2014. Die Raucher greifen lieber zur Zigarette als zu Zigarillos und Zigarren.

Rauchende Frau: Mehr als 20 Milliarden Zigaretten verkauft
Corbis

Rauchende Frau: Mehr als 20 Milliarden Zigaretten verkauft


Deutschlands Raucher haben dem Staat im zweiten Quartal 2015 mehr Steuereinnahmen gebracht als vergangenes Jahr im gleichen Zeitraum. Insgesamt wurden von April bis Ende Juni Tabakwaren im Verkaufswert von 6,5 Milliarden Euro versteuert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das brachte 255 Millionen Euro oder 4,1 Prozent mehr für die Staatskasse als im zweiten Quartal 2014. Der Rest ging an Tabakindustrie oder Händler.

Die Menge an Zigaretten - die von den Tabakwaren am häufigsten verkauft wurden - stieg um 1,1 Prozent auf rund 20,4 Milliarden Stück. Der Fiskus verdiente daran 5,4 Milliarden Euro - ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Verkaufswert der Tabakwaren lag im ersten Quartal 2015 bei 5,2 Milliarden Euro. Der jetzige Anstieg hat auch mit der Jahreszeit zu tun: "In geschlossenen Gebäuden darf man nicht rauchen, deswegen beobachten wir einen Anstieg im Sommer häufiger", sagte Petra Martin vom Statistischen Bundesamt.

Deutlich mehr verkauft wurde der Behörde zufolge auch Pfeifentabak. Die versteuerten Mengen kletterten um 31,9 Prozent auf 422 Tonnen. In die Statistik einberechnet wurde auch Wasserpfeifentabak, der Martin zufolge für den Anstieg vor allem verantwortlich ist. Die Zahlen ergeben sich aus den Bestellungen von Steuerzeichen für Packungen. Die Statistik gibt also nicht den tatsächlichen Tabakkonsum wieder.

Mehr verdient hat der Staat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch mit Feinschnitt-Tabak zum Selberdrehen. Der versteuerte Verkaufswert kletterte um 4,5 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro - und das obwohl 1,2 Prozent weniger verkauft wurde.

Grund dafür ist laut den Statistikern die Steuererhöhung vom 1. Januar - und die infolgedessen für viele Marken gestiegenen Preise.

Auch Zigarren und Zigarillos wurden weniger verkauft als im zweiten Quartal 2014. Die versteuerten Mengen sanken um 30,5 Prozent auf 7,3 Milliarden Stück. Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) führt das auf die EU-Tabakrichtlinie zurück. Seit Jahresbeginn müssen sogenannte Eco-Zigarillos, deren Deckblatt aus Tabak anstatt Papier besteht, auch als Zigaretten versteuert werden.

kbl/dpa

insgesamt 47 Beiträge
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Georg_Alexander 16.07.2015
1. Gewagte These
Interessant wird die Rechnung doch erst, wenn man die Steuereinnahmen mit dem durch Raucher verursachten volkswirtschaftlichen Schaden verrechnet.
cindy2009 16.07.2015
2. Weiterdenken
Zitat von Georg_AlexanderInteressant wird die Rechnung doch erst, wenn man die Steuereinnahmen mit dem durch Raucher verursachten volkswirtschaftlichen Schaden verrechnet.
Das können Sie auch auf die Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer, Brantweinsteuer, etc. übertragen. Nur, was soll das bringen?
indy555 16.07.2015
3.
Vielleicht sollte man die längst überfällige Steuervervielfachung für Alkohol mal umsetzen, dann kann man auch endlich Rauchen komplett illegalisieren und strafrechtlich verfolgen.
dr.nick 16.07.2015
4. Endlich mal eine gute Nachricht
Vielleicht sollte man über eine Raucherpflicht nachdenken ab dem 18 Lebensjahr. Dann müssen alle deutschen Bürger eine Minimalmenge an Tabak konsumieren. Das hilft dem Staat durch die Einnahmen(Wortwitz) und verringert nachweislich die Langzeitrenten, so dass dann wieder ein Renteneintrittsalter von 63 möglich wäre. Das ist eine Die Krankenkassen erhöhen ihre Beitritte wie immer und schon stimmt alles. Auch die Pharmaindustrie wird dann mehr Gewinne einfahren. Winwin Situation.
axelsius 16.07.2015
5. Falscher Empfänger
Die Einnahmen sollten direkt den Krankenkassen zugeführt werden.
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