Castros Wirtschaftsreformen Kuba verdreifacht Höchstlöhne für Ärzte

Kubas Gesundheitswesen gilt als vergleichsweise gut, doch sein Personal verdient extrem wenig. Präsident Raúl Castro erhöht nun die Gehälter für das Krankenhauspersonal. Der Präsident bewegt sein kommunistisches Land langsam in Richtung Marktwirtschaft.

Krankenhaus in Havanna: Mehr Geld für 440.000 Staatsbedienstete
AP/dpa

Krankenhaus in Havanna: Mehr Geld für 440.000 Staatsbedienstete


Havanna - Im Rahmen ihrer Wirtschaftsreformen hat Kubas sozialistische Regierung eine erhebliche Gehaltserhöhung für rund 440.000 Staatsbedienstete im Gesundheitswesen angekündigt. Bislang lagen die Monatslöhne umgerechnet bei höchstens 15 Euro, jetzt dürfen Ärzte bis zu 44 Euro verdienen. Sie bleiben damit aber trotzdem im niedrigen Einkommensbereich. Laut einem Bericht der Parteizeitung "Granma" vom Freitag sollen die neuen Bezüge ab Juni gelten.

Begründet wurde die Erhöhung mit der Arbeit Zehntausender kubanischer Mediziner im Ausland. Nach offiziellen Angaben arbeiten inzwischen allein in Brasilien mehr als 11.000 kubanische Ärzte. Ein Großteil des so erwirtschafteten Geldes fließt in Kubas Staatsbudget.

Die Regierung von Präsident Raúl Castro fährt seit einigen Jahren einen Kurs der vorsichtigen Öffnung Richtung Marktwirtschaft. Rund 450.000 Menschen arbeiten inzwischen im Privatsektor. Dies hat auch die Kluft zwischen Arm und Reich im sozialistischen Staat wachsen lassen: Vor allem in der Tourismusbranche können Privatbeschäftigte über hundert Euro im Monat verdienen.

ade/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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der:thomas 21.03.2014
1. Welch eine NULL Information...
Würde ein deutscher Artzt 15€ verdienen, wär er am 1. obdachlos und am 10. verhungert. Bei 44 € ergin es ihm kaum Anders. Was hat der Autor falsch gemacht?
mcvitus 21.03.2014
2. Ab nach Cuba!!
Bei einer so guten medizinischen Versorgung werde ich als Rentner mit meiner fetten Rente von ca. 700.--? in Kuba ein bisher nicht bekanntes Luxusleben führen können. Gibt's noch freie Plätze??
DerekOtt 21.03.2014
3. stimmt alles...
Zitat von der:thomasWürde ein deutscher Artzt 15€ verdienen, wär er am 1. obdachlos und am 10. verhungert. Bei 44 € ergin es ihm kaum Anders. Was hat der Autor falsch gemacht?
Ich habe 1998 ein Praktikum in einem kubanischen Krankenhaus gemacht und damals auch erfahren, daß das maximale Gehalt (egal für welchen Beruf) bei staatlich gedeckelten umgerechneten 20 US-Dollar lag. Daran hatte sich offenbar bislang nichts geändert. Wir standen mal an einer Ampel, als mein Gastgeber auf einen Taxifahrer deutete und mir erklärte, daß das ein ehemaliger Professor für Neurochirurgie ist - da man im Kontakt mit Touristen alleine für eine Taxifahrt 5 US-Dollar oder mehr verlangen konnte, haben sich viele Hochqualifizierte (die i.d.R. das beste Englisch sprachen) als Stadtführer, Taxifahrer o.ä. selbständig gemacht und den akademischen Beruf an den Nagel gehängt. Die Verdreifachung des Monatslohns ändert an dieser Relation allerdings wenig. Man kam mit den 20 Dollar (ich weiß nicht mehr, wie viele Pesos das waren, offiziell ja 1:1, aber ich glaube auf dem Schwarzmarkt 1:20, also 400 Pesos) auch über die Runden, denn die Busfahrt kostete umgerechnet einen US-Cent und auf dem Markt waren Lebensmittel entsprechend billig. Nur in den Supermärkten konnte kein Kubaner ohne Kontakt zu Ausländern einkaufen und selbst Dinge wie Havanna-Club Rum o.ä. waren praktisch unerschwinglich. Dafür gedeihte der Schwarzmarkt...
weißbrot 21.03.2014
4.
Zitat von der:thomasWürde ein deutscher Artzt 15€ verdienen, wär er am 1. obdachlos und am 10. verhungert. Bei 44 € ergin es ihm kaum Anders. Was hat der Autor falsch gemacht?
Die Zahlen stimmen. Nicht überall verdient man so gut wie in Deutschland.
DerekOtt 21.03.2014
5. gedeihte...
Zitat von DerekOttIch habe 1998 ein Praktikum in einem kubanischen Krankenhaus gemacht und damals auch erfahren, daß das maximale Gehalt (egal für welchen Beruf) bei staatlich gedeckelten umgerechneten 20 US-Dollar lag. Daran hatte sich offenbar bislang nichts geändert. Wir standen mal an einer Ampel, als mein Gastgeber auf einen Taxifahrer deutete und mir erklärte, daß das ein ehemaliger Professor für Neurochirurgie ist - da man im Kontakt mit Touristen alleine für eine Taxifahrt 5 US-Dollar oder mehr verlangen konnte, haben sich viele Hochqualifizierte (die i.d.R. das beste Englisch sprachen) als Stadtführer, Taxifahrer o.ä. selbständig gemacht und den akademischen Beruf an den Nagel gehängt. Die Verdreifachung des Monatslohns ändert an dieser Relation allerdings wenig. Man kam mit den 20 Dollar (ich weiß nicht mehr, wie viele Pesos das waren, offiziell ja 1:1, aber ich glaube auf dem Schwarzmarkt 1:20, also 400 Pesos) auch über die Runden, denn die Busfahrt kostete umgerechnet einen US-Cent und auf dem Markt waren Lebensmittel entsprechend billig. Nur in den Supermärkten konnte kein Kubaner ohne Kontakt zu Ausländern einkaufen und selbst Dinge wie Havanna-Club Rum o.ä. waren praktisch unerschwinglich. Dafür gedeihte der Schwarzmarkt...
soll natürlich heißen: gedieh :-)
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