Tarifbeschäftigte Reallöhne steigen deutlich

Dank der niedrigen Inflation haben Beschäftigte mit Tariflöhnen in Deutschland mehr Geld in der Tasche. Im dritten Quartal stiegen die Reallöhne um durchschnittlich um 1,8 Prozent - bei Geringverdienern deutlich stärker.

Mitarbeiter der Müllabfuhr (in Niedersachsen)
DPA

Mitarbeiter der Müllabfuhr (in Niedersachsen)


Die Tarifbeschäftigten in Deutschland können sich weiterhin über reale Verdienstzuwächse freuen. Im dritten Quartal 2016 stiegen die Reallöhne um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Weil zugleich die Inflation nur um 0,5 Prozent zulegte, blieben die nominalen Lohnsteigerungen von 2,3 Prozent fast vollständig bei den Beschäftigten. Das stärkt die Kaufkraft der Verbraucher und stützt den Konsum als tragende Säule der deutschen Konjunktur.

Allerdings schwächt sich der Trend zu steigenden Reallöhnen zusehends ab: Zu Jahresbeginn waren die Reallöhne in Deutschland nach revidierten Zahlen um 2,7 Prozent gestiegen, im zweiten Quartal dann um 1,9 Prozent.

Überdurchschnittlich hohe nominale Verdienststeigerungen verzeichneten die Wiesbadener Statistiker im Zeitraum Juli bis September vor allem in Branchen, in denen der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) eine Rolle spielt - etwa bei Wasserversorgung und Abfallentsorgung (plus 3,2 Prozent), im Gesundheitswesen (plus 3,0 Prozent) und in der Verwaltung (plus 2,9 Prozent). Vergleichbar hohe Zuwächse gab es auch im Gastgewerbe (plus 3,4 Prozent) und im Baugewerbe (plus 2,8 Prozent).

Die niedrigsten Zuwächse gab es in den Wirtschaftszweigen "Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden" (plus 0,5 Prozent), sowie "Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen" (plus 0,2 Prozent).

Der seit Anhebung der Verdienstgrenze für sogenannte Minijobs im Jahr 2013 anhaltende Trend überdurchschnittlich hoher Verdienststeigerungen von geringfügig Beschäftigten zeigte sich auch im dritten Quartal 2016. Geringfügig Beschäftigte verdienten nominal 4,5 Prozent mehr als im d ritten Quartal 2015. Für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer lag der entsprechende Lohnzuwachs bei 2,0 Prozent und für Teilzeitbeschäftigte bei 3,0 Prozent.

nck/dpa



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