Rentenbesteuerung Reform könnte Bürger um bis zu 23.500 Euro entlasten

Die neue Bundesregierung will die verfassungswidrige Besteuerung der Renten ändern. Laut von der »Süddeutschen Zeitung« veröffentlichten Berechnungen würden davon am stärksten Beschäftigte des Jahrgangs 1975 profitieren.
Aktuelle und zukünftige Rentnerinnen und Rentner in Essen

Aktuelle und zukünftige Rentnerinnen und Rentner in Essen

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Für viele Beschäftigte vor allem im mittleren Alter war es eine gute Nachricht: Die Besteuerung von Renten ist verfassungswidrig, urteilte der Bundesfinanzhof (BFH) im vergangenen Mai. Vor allem künftige Rentnerinnen und Rentner würden auf Grundlage des aktuell geltenden Rechts »rechnerisch in vielen Fällen« doppelt besteuert – was gegen das Grundgesetz verstößt. Die neue Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag daher eine Reform der Rentenbesteuerung angekündigt. (Eine ausführliche Erklärung der Doppelbesteuerung finden Sie hier.)

Nun berichtet die »Süddeutsche Zeitung« (»SZ«)  über Berechnungen des Finanzmathematikers Werner Siepe. Sie zeigen in Fallbeispielen, wie groß der Effekt in Abhängigkeit vom Lebensalter und vom Einkommen sein könnte: Maximal summieren sich demnach die Entlastungen auf 23.522 Euro – für Menschen mit Geburtsjahr 1975 und einem Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 7050 Euro im Westen. Für gleichaltrige Durchschnittsverdienende sind es immerhin noch 12.482 Euro.

Die folgende Tabelle zeigt die bislang geltende verfassungswidrige Regelung:

Konkret plant die Ampel nun, dass die Beiträge zur Rentenversicherung bereits ab dem Jahr 2023 und nicht erst ab 2025 zu 100 Prozent steuerlich geltend gemacht werden können. Auf der anderen Seite soll die schrittweise Erhöhung der Besteuerung von ausgezahlten Renten gestreckt werden, sodass sie erst im Jahr 2060 statt im Jahr 2040 voll besteuert werden.

Bei einer solchen Reform hätten nach Siepes Berechnungen Menschen mit Geburtsjahrgang 1975 den größten Vorteil. Die steuerliche Entlastung nimmt dann bei jüngeren und älteren Menschen zunehmend ab. Beim Geburtsjahrgang 1980 beträgt sie für Durchschnittsverdienende 9952 Euro und für Topverdienende 18.819 Euro, beim Geburtsjahrgang 1990 noch 2800 Euro (Durchschnittsverdienst) beziehungsweise 5259 Euro (Topverdienst).

Für aktuelle Altersrentner ergeben sich den Berechnungen zufolge in der Regel keine Entlastungen.

fdi
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